Wie schaffen es Korallen, sich fest an Riffe zu heften? Ein Forscherteam hat gerade einen Teil der Antwort auf diesen biologischen Prozess geliefert und damit den Weg für potenziell effektivere Restaurierungsmethoden für diese Meeresökosysteme geebnet.
Diese Arbeit, veröffentlicht in
Royal Society Open Science, beschreibt detailliert die Mechanismen, die es Korallenfragmenten ermöglichen, sich an Riffstrukturen zu verankern. Dieser Fortschritt könnte die weltweiten Bemühungen zur Wiederherstellung von Riffen transformieren, indem es ermöglicht, die Arten auszuwählen, die für diese natürliche Reparatur am besten geeignet sind.
Mithilfe fortschrittlicher Mikroskopietechniken beobachteten die Wissenschaftler einen dreistufigen Prozess. Erstens reagiert die Koralle auf den Kontakt, indem sie ihr Gewebe über eine Immunantwort verändert. Anschließend verankert sie sich mit diesem neuen Weichgewebe. Abschließend baut sie ein Skelett auf dem Riff auf, wobei sie einen spezialisierten Fortsatz verwendet, der sich entwickelt, während er Krankheitserreger neutralisiert.
Die Geschwindigkeit dieses Prozesses ist nicht bei allen Arten gleich. Zum Beispiel besitzt
Montipora mollis einen ausgefeilteren Fortsatz, was ihre Verankerung beschleunigt und ihre Befestigung verstärkt. Im Gegensatz dazu hat
Pocillopora verrucosa einen dünneren und langsameren Fortsatz, was eine weniger feste anfängliche Haftung erklärt. Diese Besonderheiten beeinflussen direkt den Erfolg von Restaurierungsprojekten.
Die mesenterialen Filamente, winzige innere Strukturen, spielen eine wichtige Rolle in diesem Prozess. Sie unterstützen die Korallen bei der Verdauung ihres eigenen, nun unnötigen Gewebes und erleichtern so die Vorbereitung auf die Anheftung. Diese Funktion verbessert auch die Fähigkeit der Korallen, Schäden oder Umweltstress zu bewältigen, indem sie ihre Erholung optimiert.
Querschnitt eines Korallenpolypen.
Bildnachweis: Brett Lewis
Diese Entdeckungen ermöglichen es, gezieltere Restaurierungsstrategien in Betracht zu ziehen. Das Verständnis der biologischen Unterschiede zwischen den Arten macht die Auswahl der für bestimmte Umgebungen am besten geeigneten Korallen möglich. Dies optimiert ihr Überleben und Wachstum und macht die Eingriffe zur Erhaltung der Riffe effektiver.
In Zukunft könnte dieses Wissen Projekte zum Schutz der Meeresökosysteme lenken. Durch die Förderung von Arten, die sich schnell und fest anheften, können Restaurierungsbemühungen die Stabilität der Riffe stärken und so zu ihrer Erhaltung angesichts der gegenwärtigen Bedrohungen beitragen.
Quelle: Royal Society Open Science