Adrien - Sonntag 5 Juli 2026

🌱 Wie wächst eine Pflanze im Weltall?

An Bord der ISS führte die französische Astronautin Sophie Adenot das Experiment ChlorISS durch, bei dem sie Pflanzen wachsen ließ. Aber wächst eine Pflanze im Weltall genauso wie auf der Erde?

Im Weltall haben Pflanzen fast die gleichen Bedürfnisse wie auf der Erde, um zu wachsen: Wasser, Licht, Luft und Nährstoffe. Die Astronauten legen die Samen daher in kleine Kultursysteme, die speziell dafür entwickelt wurden, in der Schwerelosigkeit zu funktionieren. Da Wasser auf der ISS nicht nach unten "fällt", kann es schwebende Blasen bilden.


Die ISS - Bild NASA

Im Vorfeld müssen die Wissenschaftler auf der Erde daher die Wassermenge, die den Samen zugeführt wird, sehr genau kontrollieren, um zu verhindern, dass sie ertrinken... oder austrocknen.

Wenn ein Samen zu keimen beginnt, kommt zuerst eine kleine Wurzel zum Vorschein. Auf der Erde wachsen die Wurzeln dank der Schwerkraft auf natürliche Weise nach unten. Aber im Weltall gibt es kein echtes "oben" oder "unten" mehr! Die Pflanzen müssen dann andere Orientierungspunkte nutzen, wie Licht oder Feuchtigkeit. Aus diesem Grund sind Lampen bei Experimenten zur Weltraumbotanik sehr wichtig: Sie dienen sowohl als eine Art "Sonne" als auch als Kompass.


Im Laufe der Tage entwickelt die Pflanze ihre Blätter. Der Prozess der Photosynthese beginnt: Die Pflanze erzeugt ihre Energie mithilfe von Licht. Die Astronauten können dann zahlreiche Beobachtungen anstellen: Wachsen die Wurzeln anders? Sind die Blätter kleiner? Produziert die Pflanze genauso viel Sauerstoff wie auf der Erde? All diese Experimente helfen zu verstehen, wie sich das Leben im Weltall anpasst.

Diese Forschungen sind sehr nützlich, um zukünftige lange Missionen zum Mond oder zum Mars vorzubereiten. Eines Tages werden Astronauten wahrscheinlich einen Teil ihrer eigenen Lebensmittel anbauen müssen. Pflanzen könnten auch dabei helfen, Sauerstoff zu produzieren, Wasser zu recyceln und sogar die Moral der Besatzung zu verbessern. Immerhin muss es gut tun, ein bisschen Grün zu sehen, wenn man in einer metallenen Station 400 Kilometer über der Erde lebt!

Quelle: CNES
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