Die Bewegungen der Erde im Weltraum könnten uns Hinweise darauf geben, wo im Untergrund nach Erdöl gesucht werden sollte. Jüngste Forschungen beleuchten die Rolle der Erdumlaufbahn bei der Entstehung von Schieferöl und schlagen so eine neue Methode zur Erkundung dieser Lagerstätten vor.
Diese Art von Kohlenwasserstoff unterscheidet sich von konventionellem Erdöl, da es in tonhaltigen Gesteinen, sogenannten Schiefern, eingeschlossen ist. Diese entstehen aus feinen Sedimenten, die sich am Grund ehemaliger Seen oder Meere abgelagert haben. In diesen sauerstoffarmen Umgebungen konnte sich organisches Material anreichern, bevor es sich über Millionen von Jahren direkt im Muttergestein in Erdöl umwandelte.
Die Studie konzentrierte sich auf die Milankovitch-Zyklen, periodische Veränderungen der Umlaufbahn und Neigung unseres Planeten. Diese sich über Hunderttausende von Jahren erstreckenden Zyklen beeinflussen das Klima langfristig, indem sie die Verteilung der empfangenen Sonnenenergie verändern. Unter ihnen verändert die orbitale Exzentrizität die Form der Erdbahnellipse, die Phasen mit mehr oder weniger abgerundeter Form durchläuft.
Wenn die Exzentrizität stark ist, verstärken sich die saisonalen Kontraste, was wärmere und feuchtere Bedingungen erzeugt. In den alten Seen stimuliert dies den Nährstoffeintrag und die biologische Produktivität. Daraus resultiert die Ablagerung von schlammigen Sedimenten, die reich an organischem Material sind und sich später zu Gesteinen entwickeln, die für die Entstehung von Schieferöl günstig sind.
Umgekehrt führt eine geringere Exzentrizität zu einem trockeneren Klima. Die Seespiegel sinken dann, und die Art der Sedimente verändert sich: mehr Sand wird durch gravitative Strömungen zu den Hängen und in die tiefen Bereiche des Beckens transportiert. Dieser rhythmische Wechsel zwischen feuchten und trockenen Perioden erzeugt eine vorhersehbare Abfolge von Gesteinsschichten, die beispielsweise in Regionen wie dem Sichuan-Becken in China identifiziert wurde.
Durch die Untersuchung von Gesteinskernen und geochemischen Daten rekonstruierten die Wissenschaftler diese Umweltveränderungen. Sie korrelierten die Sedimentschichten mit den Umlaufbahnzyklen und beobachteten eine durchschnittliche Akkumulation von mehr als vier Zentimetern pro Jahrtausend. Diese Präzision ermöglicht die Entwicklung eines Modells, um Gebiete zu lokalisieren, in denen sich hochwertige Schieferreservoirs mit größerer Wahrscheinlichkeit gebildet haben.
Diese Methode verbindet somit Astronomie und Geologie, um die Ölexploration zu optimieren. Obwohl die Gewinnung von Schieferöl den Einsatz von Fracking erfordert – eine Technik, die ökologische Fragen aufwirft –, bleibt es eine wichtige Energiequelle. Diese Arbeit, die im
Journal of Paleogeography (Chinese edition) veröffentlicht wurde, könnte zu effizienteren Explorationskampagnen führen.
Quelle: Journal of Paleogeography (Chinese edition)