Stellen Sie sich diese Szene vor: Lagerhallen voller Waren, aber Lebensmittel könnten nicht ins Regal gelangen, weil ein Computersystem sie nicht erkennt. Diese einst unwahrscheinliche Situation wird mit der beschleunigten Digitalisierung unseres Ernährungssystems und der Integration künstlicher Intelligenz immer wahrscheinlicher.
Automatisierte Prozesse treffen nun entscheidende Entscheidungen über den Warenfluss und schaffen eine Abhängigkeit, deren Stabilität manchmal in Frage gestellt werden kann.
Mittlerweile stützt sich die gesamte Lieferkette auf digitale Plattformen, um jede Phase zu authentifizieren. Ein LKW mit Obst darf ohne elektronische Freigabe nicht entladen werden, und ein Produkt ohne digitale Identität wird für den Markt quasi unsichtbar. Dieser Wandel, der durch offizielle Berichte wie den zur Lebensmittelsicherheit des Vereinigten Königreichs bestätigt wird, bringt bemerkenswerte Effizienz, erzeugt aber auch eine nie dagewesene Anfälligkeit.
Mehrere Ereignisse haben bereits die Folgen dieser Schwachstelle gezeigt. Cyberangriffe auf Lebensmittelhändler in den USA blockierten Online-Bestellungen und verzögerten Lieferungen, obwohl die physischen Lagerbestände verfügbar waren. Der Ransomware-Angriff auf JBS Foods im Jahr 2021 zwang ebenfalls zur Stilllegung von Fabriken, trotz der Anwesenheit von Vieh und Personal. Diese Episoden zeigen, wie ein Softwarefehler den Zugang zu Lebensmitteln plötzlich unterbrechen kann.
Ein verschärfender Faktor ist das allmähliche Schwinden menschlicher Fähigkeiten, die einen manuellen Eingriff ermöglichen. Manuelle Notfallverfahren werden zunehmend aufgegeben, oder das Personal wird immer weniger in ihrer Anwendung geschult. Zusammen mit Arbeitskräftemangel in den Bereichen Transport und Lagerhaltung machen diese Lücken das System weniger reaktionsfähig bei einer Störung. Nach etwa zweiundsiebzig Stunden Ausfall wird ein menschliches Eingreifen unerlässlich, aber dieses könnte nicht möglich sein.
Die Hauptherausforderung betrifft nicht die Nutzung der künstlichen Intelligenz an sich, sondern den Grad der Kontrolle, den wir über sie bewahren.
Quelle: The Conversation