Supernovae vom Typ 1a, diese stellaren Explosionen, die als Maßstäbe zur Vermessung des Universums dienen, könnten weniger zuverlässig sein als gedacht, und bald werden wir es mit Sicherheit wissen.
Ein Forscherteam hat eine neue Methode entwickelt, die mithilfe von künstlicher Intelligenz und den zukünftigen Daten des Vera C. Rubin Observatoriums unser Verständnis dieser „Standardkerzen“ verfeinern soll. Ihr Ansatz, genannt CIGaRS, könnte unsere Sicht auf die kosmische Expansion und die rätselhafte dunkle Energie revolutionieren.
Illustration eines Weißen Zwergs in der Nähe eines Hauptreihensterns.
Diese Methode basiert auf Bildern und mathematischen Berechnungen. Sie ermöglicht es, das Alter und die Zusammensetzung der explodierenden Sterne zu bestimmen – wertvolle Informationen zur Schätzung ihrer Entfernung.
Alles begann mit der Entdeckung der dunklen Energie im Jahr 1998 dank Supernovae vom Typ 1a. Diese Explosionen, die durch Weiße Zwerge verursacht werden, die einen benachbarten Stern kannibalisieren, schienen so einheitlich zu sein, dass ihre Helligkeit als Standardmaß für kosmische Entfernungen diente. Doch die Astronomen erkannten, dass ihr Leuchten je nach ihrer galaktischen Umgebung leicht variiert, was die Sache verkompliziert. Die neue Methode integriert all diese Faktoren – Staub, Alter der Galaxien, Häufigkeit der Explosionen – in einem einzigen kohärenten Modell.
Die dunkle Energie bleibt eines der größten Rätsel der modernen Kosmologie. Sie soll 68 % des Universums ausmachen und begann vor etwa 4 Milliarden Jahren zu dominieren, wodurch sie dessen Expansion beschleunigte. Es ist wie eine Schaukel, die langsamer wird und dann plötzlich beschleunigt, ohne dass jemand sie anschubst: Genau das tut die dunkle Energie. Um dieses Phänomen zu verstehen, benötigt man äußerst präzise Entfernungsmessungen, und hier kommt die neue Methode CIGaRS ins Spiel.
Dieser Ansatz ermöglicht es, die Entfernungen von Galaxien mit hoher Genauigkeit zu schätzen, ohne auf langwierige und teure spektroskopische Beobachtungen zurückgreifen zu müssen. Sie wird wesentlich sein, um die Datenflut des Legacy Survey of Space and Time (LSST) des Rubin Observatoriums zu analysieren. Die Forscher geben an, dass ihr Modell Auswahl- und Modellierungsverzerrungen vermeidet.
Die Ergebnisse dieser Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift
Nature Astronomy, ebnen den Weg zu einer präziseren Kosmologie. Durch die Verfeinerung der Kalibrierung dieser Standardkerzen hoffen die Wissenschaftler, die dunkle Energie und das Schicksal des Universums besser zu verstehen. Und das alles dank einer einfachen Idee: Das Universum in einem Computer zu simulieren, um seine Mechanismen zu enthüllen.
Quelle: Nature Astronomy