Adrien - Dienstag 23 Juni 2026

đŸŽ€ Was macht eine Person fesselnd, wenn sie spricht?

Eine neue Studie der School of Human Communication Sciences der McGill University zeigt, dass sowohl der Inhalt als auch die Art des Sprechens eine wichtige, unterschiedliche und ergÀnzende Rolle spielen.

Die Forscher stellten fest, dass Menschen, die versuchen, fesselnd zu wirken, tendenziell lauter und mit einer höheren Tonlage sprechen, was die Zuhörer in der Regel positiver wahrnehmen. Die Studie zeigt jedoch auch, dass der Wunsch eines Zuhörers, ein GesprÀch fortzusetzen, hauptsÀchlich vom Interesse am besprochenen Thema abhÀngt.


Bild zur Veranschaulichung Unsplash

„Wir waren ĂŒberrascht, einen klaren Unterschied festzustellen: Die sozialen EindrĂŒcke, die die sprechende Person hervorruft – insbesondere Freundlichkeit, Kompetenz und AttraktivitĂ€t – wurden hauptsĂ€chlich durch ihre Art zu sprechen beeinflusst, wĂ€hrend der Wunsch, das GesprĂ€ch fortzusetzen, hauptsĂ€chlich vom Thema des Austauschs abhing", erklĂ€rt Marcos DomĂ­nguez-Arriola, Doktorand und Hauptautor der Studie.


„Ein interessantes Thema kann einen ersten Austausch fesselnd machen, aber eine fesselnde Art zu sprechen könnte entscheidender dafĂŒr sein, dass andere erneut mit uns interagieren möchten", fĂ€hrt er fort. „Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, warum manche GesprĂ€che sofortige Befriedigung verschaffen, ohne zu dauerhaften Bindungen zu fĂŒhren, wĂ€hrend andere, obwohl weniger aufregend, dennoch den Aufbau tiefer Beziehungen fördern."

Die Merkmale eines fesselnden Redners


Im Rahmen eines ersten Experiments rekrutierten Marcos DomĂ­nguez-Arriola und Professor Marc D. Pell 20 Teilnehmer – 10 Frauen und 10 MĂ€nner – und ließen sie eine Reihe vorab verfasster Anekdoten aufnehmen. Die 160 kurzen, gesprĂ€chsartigen Anekdoten waren zuvor von einer anderen Gruppe von Teilnehmern in eine von zwei Kategorien eingeteilt worden: „interessant" oder „langweilig".

Die Teilnehmer nahmen jede ihnen zugewiesene Anekdote zweimal auf: einmal mit neutralem Ton und dann mit einem „fesselnden" Ton, als ob sie versuchten, eine positive Verbindung zu ihrem GesprĂ€chspartner herzustellen. Anschließend verwendeten die Forscher akustische Analyseverkzeuge, um verschiedene Merkmale der Stimme zu messen.

„Wir beobachteten bei allen Teilnehmern, dass diese fesselnde Sprechweise durch eine höhere StimmintensitĂ€t, eine höhere Tonlage, stĂ€rkere Variationen der IntensitĂ€t und eine klarere Stimmfarbe gekennzeichnet ist", sagt Marcos DomĂ­nguez-Arriola.

Was den Wunsch weckt, ein GesprÀch fortzusetzen


FĂŒr ihr zweites Experiment rekrutierten die Forscher 36 Personen – 18 Frauen und 18 MĂ€nner – und ließen sie die aufgenommenen Anekdoten anhören. Die Teilnehmer sollten verschiedene soziale Merkmale der sprechenden Personen bewerten und angeben, wie lange sie bereit wĂ€ren, das GesprĂ€ch fortzusetzen. Diese von den Forschern als „Zeitgebot" bezeichnete Messung stellt einen neuartigen Aspekt der Studie dar.


Die Forscher stellten dann fest, dass das Interesse des Zuhörers am besprochenen Thema, und nicht der Redestil der sprechenden Person, der Hauptfaktor war, der mit der gewĂŒnschten GesprĂ€chsdauer zusammenhing.

Die Forscher geben an, dass diese Studie auf asynchronen Höraufgaben basierte, der nÀchste Schritt daher darin bestehen wird, soziale Interaktionen in Echtzeit zu untersuchen, um besser zu verstehen, wie sich GesprÀchspartner im Laufe eines Austauschs kontinuierlich aneinander anpassen. Das Team plant auch, die neurologischen Mechanismen zu untersuchen, die mit der Teilnahme an fesselnden GesprÀchen verbunden sind.

Quelle: McGill University
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