Adrien - Dienstag 24 März 2026

📱 Warum uns Benachrichtigungen so sehr anziehen: eine Erklärung in unserem archaischen Erbe

Warum ist es so schwer, die Konzentration angesichts der unaufhörlichen Benachrichtigungen des Telefons aufrechtzuerhalten? Jüngste Forschungen legen nahe, dass diese Schwierigkeit von einem grundlegenden, tief in unserer Funktionsweise verwurzelten Hirnmechanismus herrühren könnte.

Eine Studie der University of Rochester zeigt, dass unsere Aufmerksamkeit nicht stabil bleibt. Sie schwankt in einem sehr schnellen Zyklus und wechselt zwischen Phasen der Fokussierung und Momenten, in denen sie leichter von äußeren Reizen angezogen wird. Diese Zyklen treten etwa sieben- bis zehnmal pro Sekunde auf, was mehrere hunderttausend Vorkommnisse pro Tag bedeutet.


Illustrationsbild Unsplash

Um dieses Phänomen zu untersuchen, zeichneten die Wissenschaftler die Gehirnaktivität von Freiwilligen mit Hilfe eines Elektroenzephalogramms auf. Die Teilnehmer mussten ein graues Quadrat in der Mitte eines Bildschirms fixieren, während sie farbige Punkte ignorierten, die an den Seiten erschienen. Die Daten, bereinigt von Augenbewegungen, zeigten sich wiederholende Muster in der Gehirnaktivität.


Diese rhythmischen Muster erlaubten es vorherzusagen, wann die Aufmerksamkeit gegenüber Ablenkungen anfälliger wurde. In den Phasen, in denen die Leistung beim Erkennen des zentralen Ziels nachließ, zeigten sich die Teilnehmer anfälliger für störende Elemente. Dieser Mechanismus war für unsere Vorfahren ein Vorteil, der es ihnen ermöglichte, die Umgebung zu überwachen, während sie eine Aufgabe erledigten.

Heutzutage kann derselbe Hirnrhythmus zum Handicap werden. In einer von Bildschirmen und visuellen Warnhinweisen gesättigten Umgebung machen uns diese kurzen Zeitfenster, in denen die Aufmerksamkeit weniger stabil ist, anfälliger für Unterbrechungen. Der Hauptautor der in PLOS Biology veröffentlichten Studie präzisiert, dass das, was einst das Überleben begünstigte, heute unsere Produktivität behindern kann.

Diese Erkenntnisse könnten helfen, bestimmte Störungen wie ADHS besser zu verstehen. Obwohl sich die Studie nicht auf diese Erkrankung konzentrierte, eröffnet sie einen Forschungsansatz. Es ist denkbar, dass bei diesen Störungen der Wechsel zwischen Konzentrations- und Wachsamkeitszuständen seltener ist, was die kognitive Flexibilität beeinträchtigen würde.

Langfristig könnte das Verständnis dieser Zyklen zu Methoden führen, die helfen, die Aufmerksamkeit zu modulieren. Indem man die Momente identifiziert, in denen das Gehirn durchlässiger für Ablenkungen ist, wäre es möglich, Werkzeuge zu schaffen, um die Konzentration zu verbessern, wenn sie benötigt wird.

Quelle: PLOS Biology
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