Adrien - Donnerstag 26 Februar 2026

🫧 Warum ist die Methanmenge seit 2019 stark angestiegen?

In der Atmosphäre hat die Menge an Methan, dem zweitwichtigsten vom Menschen verursachten Treibhausgas nach Kohlendioxid, zu Beginn der 2020er Jahre in einem beispiellosen Tempo zugenommen.

Eine am 5. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte internationale Studie, an der Wissenschaftler des Laboratoire des sciences du climat et de l'environnement (LSCE - CEA/CNRS/UVSQ) beteiligt waren, lüftet nun den Schleier über die Mechanismen, die für diesen sprunghaften Anstieg verantwortlich sind. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kombination aus der globalen Gesundheitskrise und extremen Klimaphänomenen das Gleichgewicht der Atmosphäre tiefgreifend verändert hat.


Illustrationsbild Pexels

Zu Beginn der 2020er Jahre nahm die Methanmenge in einem seit Beginn der Messungen unerreichten Tempo zu, bevor sie ab 2023 langsamer anstieg. Durch die Analyse von Satellitenbeobachtungen, Bodenmessungen, Daten zur Atmosphärenchemie und den Einsatz fortschrittlicher Computermodelle hat eine vom LSCE geleitete Studie zwei Faktoren identifiziert: eine geringere Aufnahme in der Atmosphäre infolge des Rückgangs der Schadstoffemissionen und erhöhte Emissionen aus Feuchtgebieten.

Ein Rückgang der Emissionen bestimmter Schadstoffe während der Lockdowns



Die Studie zeigt, dass ein starker Rückgang der Hydroxylradikale zwischen 2020 und 2021 etwa 80 % der jährlichen Schwankung des Methanwachstums erklärt. Diese Radikale entstehen nämlich durch ultraviolette Strahlung, die bestimmte Luftschadstoffe in hochreaktive Moleküle umwandelt, und spielen eine Schlüsselrolle bei der "Reinigung" der Atmosphäre, indem sie Methan zerstören. Als ihre Konzentration abnahm, reicherte sich Methan viel schneller an.

Dieser Rückgang der Radikale ist teilweise auf die Lockdowns während der Covid-19-Pandemie zurückzuführen. Die Verringerung der Emissionen bestimmter Luftschadstoffe wie Stickoxide und Kohlenmonoxid hat die Luftchemie verändert und die Fähigkeit der Atmosphäre, Methan durch Verringerung der Konzentration dieser Radikale zu beseitigen, vorübergehend geschwächt.

Verstärkende Rolle von Klima und Feuchtgebieten


Zu diesem ersten Faktor kam ein tatsächlicher Anstieg der natürlichen Methanemissionen hinzu, insbesondere derjenigen aus Feuchtgebieten (Sümpfe, Seen, wassergesättigte Böden). Zwischen 2020 und 2023 begünstigte eine durch feuchtere Bedingungen (La Niña) geprägte klimatische Periode die mikrobielle Aktivität in diesen Gebieten, insbesondere im tropischen Afrika und in Südostasien, was zu einem Anstieg der Methanemissionen führte. Im Gegensatz dazu erlebten die Feuchtgebiete Südamerikas 2023 einen deutlichen Rückgang während einer extremen Dürre, die mit dem El-Niño-Phänomen zusammenhing.

Die Forscher betonen, dass die derzeitigen Modelle für Methanemissionen die Rolle von Feuchtgebieten und überfluteten Ökosystemen noch immer erheblich unterschätzen. Diese Ergebnisse sprechen für eine Stärkung der Umweltüberwachung, ein besseres Verständnis der mikrobiellen Prozesse und eine genauere Integration von Atmosphärenchemie und Klimavariabilität.

Im Gegensatz zu einigen Hypothesen zeigt die Studie, dass die Emissionen aus fossilen Brennstoffen und Waldbränden eine begrenzte Rolle beim jüngsten Methananstieg gespielt haben. Isotopenanalysen bestätigen, dass mikrobielle Quellen (Feuchtgebiete, Binnengewässer und Landwirtschaft) die Haupttreiber des beobachteten Anstiegs waren.

Ein Warnsignal für die Forschung und die Klimapolitik



"Indem sie die aktuellste globale Methanbilanz liefert, zeigt unsere Studie, dass Methan sehr schnell auf globale Veränderungen reagiert, sei es durch das Klima oder durch menschliche Aktivitäten. Das Verständnis dieser Mechanismen ist entscheidend, um die Klimaentwicklung besser vorherzusehen und die Politik zur Emissionsreduzierung zu steuern", erklärt Philippe Ciais, Klimaforscher am CEA im LSCE und Hauptautor der Studie.

Indem sie eine integrierte Sicht auf die Wechselwirkungen zwischen Klima, Atmosphärenchemie und natürlichen Emissionen bietet, liefert diese Studie wesentliche Schlüssel, um die Entwicklung von Methan auf globaler Ebene besser zu verfolgen. Sie erinnert auch daran, dass der Kampf gegen den Klimawandel ein tiefgreifendes Verständnis der manchmal fragilen natürlichen Gleichgewichte unseres Planeten erfordert.

Quelle: CEA
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