Adrien - Mittwoch 21 Januar 2026

🐸 Warum erleben wir ein weltweites Massensterben von Fröschen und Kröten?

Ein alarmierender Rückgang der Frosch- und Krötenpopulationen wird weltweit beobachtet. Seit Jahrzehnten vermuten Wissenschaftler einen pathogenen Pilz, Batrachochytrium dendrobatidis (Abkürzung Bd), als Verantwortlichen für dieses Massensterben, doch die Herkunft dieses Erregers bleibt unklar. Die Ursprünge dieses verheerenden Mikroorganismus haben die wissenschaftliche Gemeinde lange gespalten.

Ein Team der Universität von Campinas in Brasilien hat eine umfassende Untersuchung durchgeführt, um dieses Rätsel aufzuklären. Ihre Arbeit, veröffentlicht in Biological Conservation, kombiniert mehrere Methoden, um den Weg eines bestimmten Pilzstamms nachzuvollziehen. Die Ergebnisse deuten auf einen brasilianischen Ursprung hin, was damit früheren Hypothesen widerspricht.


Bild von Wikimedia


Um in der Zeit zurückzugehen, untersuchten die Wissenschaftler mehr als 2000 konservierte Amphibienexemplare aus Museen weltweit. Diese Archive, von denen einige aus dem 19. Jahrhundert stammen, ermöglichten den Nachweis des Pilzes in alten Proben. In Brasilien wurden Spuren bereits ab 1916 identifiziert, lange vor der Einführung des Ochsenfroschs, einer exotischen Art.

Der internationale Handel mit Ochsenfröschen, die in Nordamerika heimisch, aber seit den 1930er Jahren in Brasilien gezüchtet werden, scheint ein Hauptvektor zu sein. Diese wirtschaftliche Aktivität hat wahrscheinlich die Verbreitung des brasilianischen Stamms auf andere Kontinente erleichtert, über den Export von Froschfleisch, ein Markt, auf dem Brasilien eine wichtige Rolle spielt.

Die Forscher analysierten genetische Daten aus brasilianischen Zuchtfarmen und ausländischen Märkten. Der Stamm Bd-Brasilien ist lokal weit verbreitet, mit einer hohen Prävalenz in Zuchtbetrieben. Sein Nachweis in den USA, Japan oder Südkorea fällt mit dokumentierten Handelsrouten zusammen und stützt die Hypothese einer Verbreitung ausgehend von Brasilien.

Im Gegensatz zu einem anderen, virulenteren Stamm asiatischen Ursprungs ist Bd-Brasilien weniger aggressiv. Er kommt sowohl in heimischen als auch in exotischen Arten in Brasilien vor, ohne immer Krankheiten auszulösen. Diese Besonderheit könnte seine unauffällige Verbreitung über den Handel erklären, was seine Identifizierung in neuen Umgebungen erschwert.

Ein lautloser Killer


Der Pilz Batrachochytrium dendrobatidis, oder Bd, gehört zu einer Gruppe aquatischer Pilze, die Chytridiomycota genannt werden. Er infiziert die Haut von Amphibien und stört ihre Fähigkeit, Wasser und Elektrolyte zu regulieren. Diese Störung kann zu Herzversagen und Tod führen, oft innerhalb weniger Wochen, ohne anfangs offensichtliche äußere Anzeichen einer Infektion.


Im Gegensatz zu vielen anderen Krankheitserregern kann Bd dank widerstandsfähiger Sporen in der Umwelt ohne Wirt überleben. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihm, in Gewässern zu persistieren und sich leicht zwischen Individuen auszubreiten. Infizierte Amphibien können so andere Tiere durch einfachen Kontakt oder über das Wasser kontaminieren und rasch Infektionsherde schaffen.

Die Chytridiomykose, die durch Bd verursachte Krankheit, wurde als eine Hauptursache für den globalen Rückgang der Amphibien identifiziert. Hunderte Arten von Fröschen, Kröten und Salamandern sind betroffen, einige stehen am Rande des Aussterbens. Die Geschwindigkeit der Ausbreitung überraschte die Wissenschaftler und führte zu intensiven Forschungsanstrengungen, um ihre Biologie zu verstehen.

Die genetische Vielfalt des Pilzes, mit Stämmen wie Bd-Brasilien und Bd-GPL, beeinflusst seine Virulenz und Verbreitung. Diese Unterschiede zu verstehen hilft bei der Entwicklung von Schutzstrategien, wie der Auswahl resistenter Individuen oder dem Management von Lebensräumen, um die Auswirkungen auf gefährdete Populationen abzumildern.

Quelle: Biological Conservation
Ce site fait l'objet d'une déclaration à la CNIL
sous le numéro de dossier 1037632
Informations légales