Adrien - Donnerstag 26 Februar 2026

🐝 Von Honig zu Schokolade und Koffein dank Ultraschall

Brasilianische Forscher der Staatlichen Universität von Campinas haben eine Mischung auf Basis von Honig und Kakaobohnenschalen entwickelt, die normalerweise weggeworfen werden. Um die in diesen Rückständen enthaltenen Substanzen wie Theobromin oder Koffein zu extrahieren, wählten sie ein schonendes Verfahren auf Basis von Ultraschall. Dieser Ansatz ermöglicht es, diese anregenden Verbindungen effizient in den Honig zu überführen.


Illustrationsbild Pixabay

Die Analysen zeigten, dass diese angereicherte Mischung höhere Gehalte an phenolischen Verbindungen aufweist, die für ihre antioxidative Wirkung bekannt sind. Diese Eigenschaft eröffnet Möglichkeiten für ihren Einsatz in Lebensmitteln oder Kosmetikprodukten. Der Erstautor der Studie, Felipe Sanchez Bragagnolo, hat zudem präzisiert, dass formelle Geschmackstests geplant sind, da das Produkt je nach verwendeten Anteilen einen ausgeprägten Schokoladengeschmack annehmen kann.


Der gewählte Ansatz ist auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit von Interesse. Er valorisiert die lokale Biodiversität, indem er Honig von Stachellosen Bienen verwendet, wie etwa von den Arten Borá, Jataí oder Mandaguari. Diese flüssigeren Honige sind besonders gut als natürliche Lösungsmittel geeignet. Mit der Software Path2Green konnte bestätigt werden, dass das Verfahren viele Prinzipien der Grünen Chemie einhält.

Die Forscher untersuchen nun andere Wege zur Verbesserung. Sie interessieren sich insbesondere dafür, wie Ultraschall bestimmte Mikroorganismen im Honig abtöten könnte, was seine Stabilität und Haltbarkeit ohne Kühlung erhöhen würde. Ein solcher Fortschritt würde seinen Einsatz in größerem Maßstab erleichtern, zum Beispiel in kleinen Unternehmen oder lokalen Genossenschaften.

Dieses Projekt zeigt, wie Innovation landwirtschaftliche Rückstände in Ressourcen verwandeln kann. Das Verfahren ist bereits patentiert und die Universität sucht Industriepartner für die kommerzielle Entwicklung. Langfristig könnte es die Schaffung neuer Produkte mit Mehrwert ermöglichen und gleichzeitig umweltfreundlichere Praktiken fördern.

Quelle: ACS Sustainable Chemistry & Engineering
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