Adrien - Donnerstag 2 Juli 2026

🌍 Und wenn wandernde Planeten Massenaussterben auf der Erde verursacht hätten?

Und wenn die großen Aussterbeereignisse der Erde nicht nur auf Asteroiden oder Vulkane zurückzuführen wären, sondern auch auf vorbeiziehende wandernde Planeten? Eine aktuelle Studie legt nahe, dass der Vorbeiflug von Objekten von der Größe des Pluto gewaltige Tsunamis und Vulkanausbrüche ausgelöst haben könnte, das Klima durcheinandergebracht und einen bedeutenden Teil des Lebens auf der Erde ausgelöscht haben könnte.

Der Chicxulub-Einschlag vor 66 Millionen Jahren ist berühmt dafür, das Ende der Herrschaft der Dinosaurier eingeleitet zu haben. Doch andere, weitaus massivere Aussterbeereignisse, wie das Perm-Trias-Ereignis vor 251 Millionen Jahren, bleiben unerklärt. Weder ein Krater noch eine Iridium-Anomalie sind mit ihnen verbunden. Wissenschaftler suchen seit langem nach einem Mechanismus, der sie erklären könnte.



Laut Daniele Fargion, Forscher an der Universität Rom und am Observatorium von Capodimonte, könnten diese Katastrophen einen gemeinsamen Ursprung haben: die enge Passage von Objekten mit planetarer Masse aus dem äußeren Sonnensystem. Diese Vorbeiflüge würden gewaltige Gravitationsgezeiten erzeugen, die die Erdkruste verformen und riesige Vulkanausbrüche, planetare Tsunamis und anhaltende Klimastörungen auslösen.

Hinweise auf solche Passagen gibt es im Erde-Mond-System. Fossile Korallen zeigen, dass die Anzahl der Tage in einem Jahr am Ende des Devon schnell abnahm. Dies deutet darauf hin, dass sich der Mond schneller als üblich von der Erde entfernte, ein Phänomen, das eine Kollision nicht erklären könnte. Ein massiver Vorbeiflug hätte den Mond gravitativ ziehen und seine Umlaufbahn verändern können.

Die Häufigkeit dieser Ereignisse ist schwer abzuschätzen. Fargion nutzt Jupiter als Labor: seine leichte Neigung und seine unerklärte innere Wärme könnten das Ergebnis von 16 Kollisionen mit Objekten von der halben Erdmasse sein.

Für die Erde würden selbst ohne Kollision Vorbeiflüge ausreichen, um mehrere große Aussterbeereignisse auszulösen. Dies könnte vielleicht das Fermi-Paradoxon erklären: Zivilisationen könnten durch diese Art von kosmischen Kataklysmen ausgelöscht werden. Die Hauptbedrohung ist nicht der Einschlag selbst, sondern die riesigen Wellen, die jahrelang über die Kontinente fegen.

Es gibt ein Reservoir großer Körper mit zahlreichen Zwergplaneten am Rande des Sonnensystems. Sollte einer von ihnen aufgrund einer Störung seiner Umlaufbahn zu den inneren Planeten stürzen, könnte diese Art von Kataklysmus eintreten. Die Menschheit müsste sich dann auf die Höhen flüchten, fernab der Ozeane, um zu überleben.

Weit davon entfernt, eine bloße Spekulation zu sein, eröffnet diese Hypothese eine neue Spur zum Verständnis der großen Biodiversitätskrisen. Sie erinnert daran, dass die Erde nicht isoliert ist: Das Ballett der Zwergplaneten kann von Zeit zu Zeit über das Schicksal des Lebens entscheiden.

Gravitationsgezeiten



Gezeiten sind nicht nur ein ozeanisches Phänomen, das ausschließlich mit dem Mond zusammenhängt. Jedes massereiche Objekt, das sich einem Planeten nähert, übt eine Gezeitenkraft aus, also einen Unterschied in der Anziehung zwischen der nahen und der fernen Seite. Je massiver und näher das Objekt ist, desto stärker ist der Effekt.

Wenn ein Zwergplanet von der Größe des Pluto die Erde streifen würde, wäre die Gezeitenkraft so stark, dass sie Wellen von mehreren hundert Metern Höhe aufwerfen, die Erdkruste verformen und innere Wärme erzeugen würde, was massive Vulkanausbrüche auslösen würde. Diese Effekte könnten Jahre anhalten und das Klima nachhaltig durcheinanderbringen.

Dieser Mechanismus erklärt, wie ein einziges Ereignis gleichzeitig Tsunamis, Ausbrüche und Klimaveränderungen verursachen kann, ohne einen Einschlagskrater zu hinterlassen.

Quelle: arXiv
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