In den letzten Jahren haben drei Körper unser Sonnensystem durchquert. Der jüngste, der Komet 3I/ATLAS, der sich nun von uns entfernt, wirft wie die beiden anderen eine Frage auf: Handelt es sich um einen einfachen natürlichen Himmelskörper oder könnte er Spuren eines künstlichen Ursprungs verbergen?
Um diese Frage zu beantworten, hat ein Team von Astronomen das leistungsstarke Green-Bank-Teleskop auf den Kometen gerichtet. Dieses Instrument, das mit dem Projekt Breakthrough Listen verbunden ist, hat 3I/ATLAS auf technologische Signale abgesucht. Erhebliche Ressourcen wurden mobilisiert, um festzustellen, ob von diesem Objekt künstliche Radioemissionen ausgingen.
Der Komet 3I/ATLAS durchquert schnell das Sonnensystem.
Bildnachweis: Miquel Serra-Ricart / Light Bridges
Das Green-Bank-Teleskop verfügt über eine bemerkenswerte Empfindlichkeit und kann Sender mit einer winzigen Leistung von etwa 0,1 Watt erfassen. Zum Vergleich: Ein Mobiltelefon sendet mit etwa 1 Watt. Diese Fähigkeit schließt die Präsenz von Sendern, selbst sehr diskreter, auf der Oberfläche des Objekts aus. Das Team untersuchte einen breiten Bereich von Radiofrequenzen, wodurch das Risiko, ein potenzielles Signal zu übersehen, begrenzt wurde.
Während der Analyse wurden neun Signale identifiziert, die jedoch letztlich alle terrestrischen Quellen zugeordnet wurden. Ausgefeilte Filter ermöglichen es, menschliche Interferenzen von möglichen außerirdischen Emissionen zu unterscheiden, was die Robustheit der Ergebnisse gewährleistet. Benjamin Jacobson-Bell von der University of California betonte, dass diese Überprüfungen trotz der anfänglich geringen Erwartungen unerlässlich blieben.
Trotz des fehlenden Nachweises behält 3I/ATLAS ein großes wissenschaftliches Interesse. Als dritter identifizierter interstellarer Besucher liefert er wertvolle Hinweise auf die Entstehung von Kometen außerhalb unseres Sonnensystems. Die Astronomen untersuchen weiterhin seine Eigenschaften, um die kosmischen Prozesse im großen Maßstab besser zu verstehen.
In Zukunft sollten Observatorien wie das zukünftige Vera-C.-Rubin-Observatorium viele weitere entdecken. Diese Anhäufung von Daten wird helfen zu bestimmen, welche Objekte typisch sind und welche Anomalien von Interesse aufweisen könnten.
Der Komet 3I/ATLAS durchquert ein dichtes Sternfeld in diesem Bild, das vom Gemini Multi-Object Spectrograph in Chile aufgenommen wurde. Die farbigen Spuren sind Hintergrundsterne.
Bildnachweis: International Gemini Observatory/NOIRLab/NSF/AURA/Shadow the Scientist. Bildverarbeitung: J. Miller, M. Rodriguez, T.A. Rector, M. Zamani.
Dieser Ansatz veranschaulicht die Relevanz der Aufrechterhaltung einer Überwachung dieser kosmischen Objekte. Jeder neue interstellare Besucher bringt seine eigenen Entdeckungen mit sich, ob er nun natürlichen oder vielleicht eines Tages künstlichen Ursprungs ist. Die Suche nach technologischen Signalen bleibt eine Priorität für Wissenschaftler, angetrieben von Neugier und der Erforschung des Unbekannten.
Wie erfassen Teleskope Radiosignale?
Radioteleskope wie das von Green Bank fangen elektromagnetische Wellen aus dem Weltraum ein. Ihre große Parabolantenne sammelt diese oft sehr schwachen Signale, die dann von einem Computer verstärkt und verarbeitet werden. Diese Technologie ermöglicht es, ferne Objekte zu untersuchen oder mögliche künstliche Emissionen aufzuspüren.
Die Leistungsfähigkeit dieser Instrumente ist grundlegend: Sie können extrem schwache Signale wahrnehmen, ähnlich denen eines Senders mit sehr geringer Leistung. Das Green-Bank-Teleskop arbeitet zudem in einer Zone, die vor Radiointerferenzen geschützt ist, was die Präzision der Beobachtungen erhöht und die Filterung terrestrischer Störgeräusche erleichtert.
Astronomen verwenden Filtertechniken, um Signale kosmischen Ursprungs von menschlichen Interferenzen zu trennen. Durch das Abtasten eines breiten Frequenzspektrums verringern sie die Wahrscheinlichkeit, eine Emission zu verpassen. Diese rigorose Methode ist unerlässlich für solide Forschung in der Astronomie und bei der Suche nach Leben jenseits der Erde.
Quelle: arXiv