Adrien - Dienstag 10 Februar 2026

💘 Studie offenbart Auswirkungen anhaltenden Singlelebens auf das Wohlbefinden

Immer mehr junge Erwachsene verlängern ihre Zeit als Single. Es stellt sich die Frage: Beeinträchtigt das Fehlen einer dauerhaften Partnerschaft Glück und psychische Gesundheit? Antworten liefert eine wissenschaftliche Arbeit, die Tausende Menschen über mehrere Jahre hinweg begleitet hat.

Um den Einfluss eines anhaltenden Singlelebens auf das Wohlbefinden zu erfassen, führte ein Team der Universität Zürich eine umfassende Untersuchung durch. Die Daten von über 17.000 jungen Menschen in Deutschland und Großbritannien, die zu Studienbeginn alle ledig waren, wurden analysiert. Diese Teilnehmer beantworteten zwischen ihrem 16. und 29. Lebensjahr jährliche Fragebögen, was eine präzise Sicht auf die Entwicklung ihrer Gemütsverfassung in diesem Zeitraum ermöglicht.


Illustrationsbild Pixabay


Die Auswertung zeigt, dass bestimmte Profile unter denjenigen, die lange allein bleiben, häufiger vorkommen. So erleben Personen mit einem hohen Bildungsniveau und solche, die anfangs ein geringeres Wohlbefinden aufweisen, in der Regel längere Phasen des Singlelebens. Die Lebensumstände, wie allein zu leben oder bei einem Elternteil, spielen ebenfalls eine Rolle. Dieser Zusammenhang zwischen hoher Bildung und dem Aufschieben einer Liebesbeziehung wurde bereits in anderen Arbeiten beobachtet, wie die Forscher im Journal of Personality and Social Psychology anmerken.

Mit der Zeit erleben junge Erwachsene, die ledig bleiben, einen deutlicheren Rückgang ihrer Lebenszufriedenheit. Gleichzeitig nimmt das Gefühl der Einsamkeit allmählich zu, und diese Unterschiede verstärken sich gegen Ende der Zwanzigerjahre weiter. In dieser Phase nehmen auch depressive Symptome zu. Die gleichen großen Trends zeigen sich bei Männern und Frauen, ohne wesentliche geschlechtsspezifische Unterschiede.

Der Beginn einer ersten Liebesbeziehung bringt positive Veränderungen mit sich. Schon mit dem Start einer Partnerschaft verbessert sich das Wohlbefinden der Person in mehreren Bereichen: Die Lebenszufriedenheit steigt, und das sowohl kurz- als auch langfristig. Dieser Effekt schlägt sich jedoch nicht in einer Verringerung depressiver Symptome nieder.

Diese Ergebnisse zeigen einen Kreislauf, in dem ein anfangs niedriges Wohlbefinden die Bildung von Beziehungen erschweren kann, besonders in einem höheren Alter. Während das Singleleben häufig als eine Wahl der Unabhängigkeit dargestellt wird, deutet diese Forschung darauf hin, dass psychologische und soziale Faktoren eine Rolle spielen.

Die Veränderungen der Lebensweise in der heutigen Gesellschaft


Die Lebensgewohnheiten unterliegen raschen Veränderungen, beeinflusst von wirtschaftlichen und kulturellen Wandel. Derzeit priorisiert ein erheblicher Anteil junger Menschen lange Studienzeiten und die Karriere, was den Eintritt in das Partnerschaftsleben verzögert. Diese Priorisierung von Bildung und Arbeit ist ein Phänomen, das in vielen Industrieländern festgestellt wird.


Gleichzeitig haben sich die sozialen Normen rund um Ehe und Beziehungen gelockert. Die Menschen genießen eine größere Freiheit, ihren Lebensweg zu definieren, einschließlich der Option für das Singleleben. Diese Autonomie, oft als Fortschritt wahrgenommen, bringt neue Schwierigkeiten mit sich, wie den Umgang mit Einsamkeit in einer individualistischeren Umgebung.

Auch digitale Technologien tragen zu diesem Trend bei. Dating-Apps verändern die Art und Weise, wie sich Menschen kennenlernen. Diese Entwicklungen können mehr Flexibilität in Beziehungen bieten, machen diese aber auch temporärer, was sich auf die emotionale Stabilität auswirken kann.

Indem man diese Veränderungen berücksichtigt, versteht man besser, warum die Forschung zum Singleleben an Bedeutung gewinnt.

Quelle: Journal of Personality and Social Psychology
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