Adrien - Mittwoch 6 Mai 2026

🚨 Selbstmorde durch Lebensmittelkonservierungsmittel explodieren

Natriumnitrit, ein alltägliches Lebensmittelkonservierungsmittel, wird zunehmend mit Selbstmorden in Verbindung gebracht, insbesondere bei jungen Menschen.

Zwischen 2019 und 2024 zeigen postmortale Analysen einen alarmierenden Aufwärtstrend mit einer bemerkenswerten geografischen Konzentration im Großraum London und im Südosten Englands. Diese Entwicklung wirft Fragen zum Zugang zu dieser Substanz und zur Verbreitung gefährlicher Informationen im Internet auf.


Natriumnitrit ist eine chemische Verbindung, die üblicherweise als Lebensmittelkonservierungsmittel verwendet wird, insbesondere in verarbeitetem Fleisch, wo es hilft, Bakterienwachstum zu verhindern und Farbe und Geschmack zu erhalten.
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Unter diesen Fällen sind Männer am stärksten betroffen; sie machen fast zwei Drittel der erfassten Fälle aus. Das Durchschnittsalter der Opfer beträgt 28 Jahre, mit Fällen ab 14 Jahren. Die Forscher der Studie, veröffentlicht in BMJ Public Health, analysierten 164 von Gerichtsmedizinern bestätigte Fälle. In 87 % von ihnen waren die Nitrit- und Nitratwerte im Blut etwa 100-mal höher als normal, was auf eine massive absichtliche Einnahme hinweist.


Die Daten zeigen einen starken Anstieg der Fälle nach 2019, dem Zeitpunkt, ab dem spezifische Tests für diese Verbindungen verfügbar wurden. Die Forscher schätzen jedoch, dass die tatsächliche Zahl der Todesfälle wahrscheinlich unterschätzt wird, da diese Analysen nicht systematisch durchgeführt werden. Die am stärksten betroffene Altersgruppe sind die Millennials (38 %) und die Generation Z (33 %), was ein junges Profil bei diesen Selbstmorden zeigt.

Der Zugang zu Online-Informationen, die die Beschaffung und Verwendung von Natriumnitrit detailliert beschreiben, wird kritisiert. Diese Inhalte, manchmal als Ratschläge zur psychischen Gesundheit getarnt, erleichtern die Tat.

Konkrete Maßnahmen werden vorgeschlagen, wie die Bereitstellung eines Antidots (Methylenblau) in Rettungsfahrzeugen. Professor Amrita Ahluwalia, leitende Forscherin, betont die Dringlichkeit, den Zugang zu dieser Chemikalie einzuschränken und die Verbreitung schädlicher Inhalte im Internet zu begrenzen.

Die Methämoglobinämie: ein bekannter toxischer Mechanismus


Die Methämoglobinämie ist eine Bluterkrankung, bei der Hämoglobin in Methämoglobin umgewandelt wird, eine Form, die keinen Sauerstoff binden kann. Normalerweise enthält unser Blut weniger als 1 % dieser inaktiven Form, aber die Exposition gegenüber Oxidationsmitteln wie Natriumnitrit kann diesen Anteil ansteigen lassen. Wenn er 20 % übersteigt, wird die Sauerstoffversorgung des Gewebes kritisch.

Die Symptome treten schnell auf: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, dann eine bläuliche Verfärbung der Haut (Zyanose). Ab 50 % Methämoglobin treten Herzrhythmusstörungen, Krämpfe und Koma auf. Ohne Behandlung kann der Tod durch Zellasphyxie innerhalb weniger Stunden eintreten.

Das Antidot ist Methylenblau (Methylthioniniumchlorid), das das Eisen(III)-Ion zu Eisen(II) reduziert und so die Hämoglobinfunktion wiederherstellt. Intravenös verabreicht, wirkt es innerhalb einer Stunde. Die Forscher der Studie plädieren dafür, dass dieses Mittel in Rettungsfahrzeugen verfügbar sein sollte, da jede Minute nach der Einnahme zählt.

Quelle: BMJ Public Health
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