Adrien - Donnerstag 12 März 2026

🌙 Schlaflosigkeit: Warum sich Ihr Gehirn weigert zu schlafen?

Für viele Menschen ist es unmöglich, nach Einbruch der Dunkelheit das Gehirn abzuschalten, und das trotz einer echten Müdigkeit. Eine australische Studie bietet eine Erklärung für dieses Rätsel, indem sie eine Fehlausrichtung unserer biologischen Uhr dafür verantwortlich macht.

Schlaflosigkeit betrifft etwa eine von zehn Personen und bis zu einem Drittel der älteren Menschen. Viele von ihnen beschreiben einen Geist, der überdreht oder hyperaktiv wird, wenn es Zeit zum Schlafen ist. Um dieses Phänomen zu untersuchen, haben Wissenschaftler versucht herauszufinden, ob diese nächtliche geistige Wachsamkeit mit einer Störung unserer biologischen Rhythmen zusammenhängen könnte.


Unsplash-Bild zur Veranschaulichung

Um diese Hypothese zu testen, beobachtete das Team 32 ältere Teilnehmer, von denen die Hälfte unter Schlaflosigkeit litt. Alle blieben 24 Stunden lang in einer kontrollierten Umgebung ohne externe Zeitgeber wach. Jede Stunde beschrieben sie die Art ihrer Gedanken, was es ermöglichte, die geistige Aktivität über den gesamten Tagesverlauf zu kartieren.


Die in Sleep Medicine veröffentlichten Beobachtungen zeigen, dass sowohl gute Schläfer als auch Schlaflose regelmäßige Schwankungen der kognitiven Aktivität aufweisen. Bei Menschen mit Schlafstörungen tritt der Höhepunkt dieser Aktivität jedoch mit einer Verzögerung von sechseinhalb Stunden auf. Ihr Gehirn behält somit nachts einen auf den Tag ausgerichteten Denkmodus bei.

Laut Professor Kurt Lushington von der University of South Australia geht es beim Schlaf nicht nur darum, die Augen zu schließen. Es erfordert, dass sich das Gehirn von zielgerichteten Gedanken und Emotionen löst. Bei Menschen mit Schlaflosigkeit ist diese Abkopplung abgeschwächt und verzögert, wahrscheinlich aufgrund von Anomalien im zirkadianen Rhythmus.

Infolgedessen ist das innere Signal, am Abend in den Ruhemodus zu wechseln, weniger stark. Die biologische Uhr fördert anstatt Ruhe einen Zustand geistiger Alarmbereitschaft bis spät in die Nacht. Diese Erkenntnisse helfen zu erklären, warum es für manche Menschen so schwierig ist, den Geist "abzuschalten".

Die derzeitigen Behandlungen konzentrieren sich oft auf verhaltensbasierte Strategien. Doch die Einbeziehung zirkadianer und kognitiver Faktoren könnte besser angepasste Lösungen für die Betroffenen bieten. Diese Arbeit unterstreicht den Wert der Berücksichtigung der inneren Uhr bei der Behandlung von Schlafstörungen.

Quelle: Sleep Medicine
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