Adrien - Freitag 22 Mai 2026

🪨 Ryugu wurde vor kurzem von Mikrometeoriten bombardiert

Die von der Hayabusa2-Mission zurückgebrachten Proben zeigen, dass der Asteroid Ryugu vor nur 1.000 Jahren einen Mikrometeoritenbombardement erlitten hat. Der Beweis? Ein dünner Natriumfilm, nur wenige Nanometer dick, der dieses kosmische Ereignis erzählt.

Diese Ansammlung ist erstaunlich, da flüchtige Elemente wie Natrium normalerweise vom Sonnenwind weggeblasen oder im Weltall verteilt werden. Dennoch entdeckten die Forscher diese Schicht auf der Oberfläche der zur Erde gebrachten Fragmente. Schätzungen zufolge durchquerte Ryugu vor etwa 1.000 Jahren eine dichte Wolke von Mikrometeoriten.


Künstlerische Darstellung der Sonde Hayabusa, die 2018 den Asteroiden streift / Japanische Raumfahrtagentur (JAXA)

Die Wissenschaftler nutzten Analysetechniken, die Schichten von nanometrischer Dicke untersuchen können. Bei der Untersuchung von zwei Ryugu-Fragmenten entdeckten sie nicht nur Natrium, sondern auch mikroskopische Einschlagskrater und glasartige Strukturen. Diese Hinweise bestätigen, dass der Asteroid einem intensiven Mikrometeoritenbombardement ausgesetzt war.


Ernesto Palomba vom italienischen Nationalinstitut für Astrophysik erklärt, dass das Natrium unter dem Einfluss des Sonnenwinds hätte verschwinden müssen. Das Vorhandensein dieses Elements deutet daher darauf hin, dass der Einschlag im geologischen Maßstab sehr jung ist. Das Team beobachtete auch eine Anreicherung von Eisen, ein Zeichen für eine zusätzliche Veränderung durch den Sonnenwind.

Diese Beobachtungen zeigen, dass erdnahe Asteroiden regelmäßig von Meteoroidenschwärmen getroffen werden. Für Planeten wie unseren bietet die Atmosphäre Schutz und verwandelt diese Begegnungen in leuchtende Spektakel wie die Perseiden. Für einen Asteroiden ohne Atmosphäre sind die Folgen ganz anders.

Die Forscher planen nun, die chemischen Beobachtungen von Ryugu im Labor zu reproduzieren. Diese Experimente werden helfen, besser zu verstehen, wie Mikrometeoriten die Oberfläche kleiner Himmelskörper verändern. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift The Astrophysical Journal Letters veröffentlicht.

Quelle: The Astrophysical Journal Letters
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