Adrien - Mittwoch 18 MĂ€rz 2026

💀 PrĂ€historische GrĂ€ber: Analysierte DNA ĂŒberrascht Forscher

Die archĂ€ologische StĂ€tte Ajvide in Schweden, die auf etwa 5.500 Jahre datiert wird, ist fĂŒr ihre besonders gut erhaltenen GrĂ€ber bekannt. Zu dieser Zeit, als sich die Landwirtschaft in Europa verallgemeinerte, bewahrten die Gemeinschaften im Norden eine auf Robbenjagd und Fischerei basierende Lebensweise.

Dank Wissenschaftlern der UniversitÀt Uppsala wurde die DNA von zehn Individuen aus vier KollektivgrÀbern analysiert. Ihre Arbeit, veröffentlicht in Proc Biol Sci, zeigt, dass die gemeinsam Bestatteten oft entfernte Verwandte waren, wie Cousins und Cousinen oder Onkel.


Alte GrĂ€ber in Ajvide, Schweden, liefern neue Hinweise auf das Sozialleben in der Steinzeit. Die DNA-Analyse zeigt, dass JĂ€ger und Sammler bei Bestattungen auch erweiterte Familienbeziehungen berĂŒcksichtigten. Hier waren ein MĂ€dchen und eine junge Frau Verwandte dritten Grades.
Bildnachweis: Johan NorderÀng


Dies ist eine Überraschung fĂŒr die Forscher. Um dies zu verdeutlichen: Ein Grab enthielt eine junge Frau, begleitet von zwei Kindern, die nicht ihre eigenen waren, sondern wahrscheinlich ihre Nichten und Neffen. Ein anderes Grab enthielt ebenfalls zwei Kinder, einen Jungen und ein MĂ€dchen, die durch die Genanalyse als Cousin und Cousine identifiziert wurden.

Diese Grabanordnungen zeigen, dass die Kenntnis der familiĂ€ren Abstammung ĂŒber den engen Kern hinausging. So nahmen Verwandtschaftsbeziehungen zweiten oder dritten Grades einen wichtigen Platz in den Ritualen ein, ein Zeichen der sozialen Anerkennung erweiterter Bindungen.

Um diese Verwandtschaftsgrade festzustellen, verglichen die Forscher den Anteil gemeinsamer DNA. Verwandte ersten Grades, wie Eltern und Kinder, haben etwa 50 % gemeinsame DNA, wÀhrend Cousins und Cousinen etwa 12,5 % teilen.

Diese Entdeckung bietet somit einen neuen Blickwinkel auf die soziale Organisation von JĂ€gern und Sammlern. Sie deutet darauf hin, dass die Gemeinschaften erweiterten Verwandtschaftsnetzwerken Bedeutung beimaßen, was den Zusammenhalt und die Überlebenschancen der Gruppe festigen konnte.

In der Folge plant dieses Pilotprojekt, mehr als 70 weitere Individuen aus Ajvide zu untersuchen. Das Ziel besteht darin, das VerstÀndnis der Lebensgeschichten und Bestattungstraditionen dieser alten Bevölkerungen zu verfeinern.

Das Sozialleben neolithischer JĂ€ger und Sammler


Die JĂ€ger und Sammler des Neolithikums lebten in kleinen, mobilen Gruppen, die von natĂŒrlichen Ressourcen wie Jagd und Fischfang abhĂ€ngig waren. Ihr Fortbestehen beruhte auf Kooperation, dem Teilen von Wissen und einer flexiblen Organisation, die sich nach den Jahreszeiten richtete. Diese Gemeinschaften unterhielten regelmĂ€ĂŸig Verbindungen zu anderen Gruppen, um GĂŒter oder Partner auszutauschen.

Erweiterte Verwandtschaftsnetzwerke spielten eine zentrale Rolle bei gegenseitiger Hilfe und kultureller Weitergabe. Verbindungen zwischen verschiedenen Gruppen ermöglichten es, Allianzen zu festigen und Inzucht zu begrenzen. Solche Praktiken förderten die genetische Vielfalt und eine bessere Anpassung an VerÀnderungen der Umwelt.

Bestattungsriten, wie die in Ajvide beobachteten, verkörpern diese sozialen Werte. Gemeinsame Bestattung entfernter Verwandter konnte die Einheit des Clans und den Respekt gegenĂŒber den Vorfahren reprĂ€sentieren. Diese Gesten stĂ€rkten die kollektive IdentitĂ€t und die gemeinsamen Erinnerungen innerhalb der Gemeinschaft.

Quelle: Proc Biol Sci
Ce site fait l'objet d'une déclaration à la CNIL
sous le numéro de dossier 1037632
Informations légales