Adrien - Donnerstag 30 April 2026

🌡️ Ozeanströmung, die Wärme nach Europa bringt, um die Hälfte reduziert

Ein Forschungsteam veröffentlicht eine neue Studie, die Aufschluss über die zukünftige Entwicklung eines Schlüsselelements des Klimasystems gibt: die Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation, oft als AMOC bezeichnet.

Dieses riesige System von Meeresströmungen, zu dem auch der Golfstrom gehört, spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des globalen Klimas, insbesondere beim Transport von Wärme aus den Tropen in den Nordatlantik.


Bild Wikimedia

Die derzeitigen Klimamodelle liefern sehr unterschiedliche Ergebnisse hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung dieser ozeanischen Zirkulation. Im Durchschnitt prognostizieren sie eine Verlangsamung um etwa 32 % bis zum Ende des Jahrhunderts in einem mittleren Emissionsszenario. Diese Schätzungen bleiben jedoch sehr unsicher.

Um diese Prognosen zu verfeinern, haben die Forscher vier verschiedene Methoden angewandt, um die Klimamodelle anhand realer Beobachtungen des Klimasystems einzuschränken. Der leistungsfähigste Ansatz kombiniert eine große Anzahl beobachteter Variablen (Temperatur, Salzgehalt usw.) mit einer fortschrittlichen statistischen Methode, der regularisierten linearen Regression, die in den Klimawissenschaften noch wenig verbreitet ist.

Die AMOC um 51 % geschwächt!



Ihre Analyse führt zu einer bemerkenswerten Schlussfolgerung: Die Verlangsamung der AMOC könnte bis 2100 etwa 51 % erreichen, bei deutlich geringerer Unsicherheit. Dies entspricht einer etwa 60 % stärkeren Abschwächung als der Durchschnitt der Klimamodelle vermuten lässt.

Laut den Forschern erklärt sich dieser Unterschied größtenteils durch die Korrektur einer Verzerrung in den Modellen hinsichtlich des Oberflächensalzgehalts im Südatlantik. Mehrere neuere Arbeiten deuten jedoch darauf hin, dass diese Region eine entscheidende Rolle für die Stabilität der AMOC spielt und mit der Existenz eines potenziellen Kipppunkts im Ozeansystem zusammenhängen könnte.

Diese neuen Ergebnisse deuten daher darauf hin, dass die zukünftige Abschwächung dieser großen Strömung stärker ausfallen könnte als erwartet, mit möglichen Folgen für das regionale und globale Klima, insbesondere für die Temperaturen in Europa, die Niederschlagsmuster oder den Meeresspiegel.

Für die Wissenschaftler ist es entscheidend, dieses Risiko besser zu quantifizieren: Eine genauere Abschätzung der Verlangsamung der AMOC wird es ermöglichen, Strategien zur Anpassung an den Klimawandel zu verbessern und seine Auswirkungen effektiver vorherzusehen.

Quelle: CNRS INSU
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