Adrien - Donnerstag 5 Februar 2026

🗿 Osterinsel: Eine neue wissenschaftliche Theorie erklärt ihren Niedergang

Die Osterinsel, berühmt für ihre monumentalen Moai-Statuen, wird oft als Beispiel für einen plötzlichen gesellschaftlichen Zusammenbruch dargestellt. Eine aktuelle wissenschaftliche Analyse jedoch bietet eine erneuerte Sicht auf ihre Geschichte, gestützt auf bisher wenig erforschte Klimadaten.

Dafür haben Forscher des Lamont-Doherty Earth Observatory die Entwicklung der Niederschläge auf dieser isolierten Insel nachvollzogen. Ihre Studie stützte sich auf die Analyse von Sedimentkernen, die aus lokalen Feuchtgebieten, wie dem Rano-Kao-See, entnommen wurden.


Bild Wikimedia

Die von dem Team verwendete Methode bestand darin, die in alten Blattwachsen erhaltenen Isotopenverhältnisse von Wasserstoff zu messen. Dieser Ansatz ermöglicht eine direkte Aufzeichnung der Niederschlagsschwankungen mit einer Kontinuität von fast achthundert Jahren.


Die Ergebnisse zeigen eine bedeutende Abnahme der Niederschläge um 1550, die über mehr als ein Jahrhundert anhielt. Folglich hat diese Dürreperiode die Süßwasserressourcen, die für das Leben auf der Insel essenziell sind, nachhaltig beeinträchtigt.

Im Gegensatz zu Theorien eines plötzlichen Niedergangs zeigten die Rapanui-Gemeinschaften eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit. So fanden kulturelle Veränderungen, wie die Reduzierung des Baus von Ahu (eine zeremonielle Stätte in Form einer Plattform, die meist von Moai-Statuen gekrönt wird), mit dieser schwierigen Klimaphase zusammen.

Diese Entdeckung stellt daher die populäre Erzählung des Ökozids in Frage, die den Niedergang einer Übernutzung der Ressourcen zuschrieb. Tatsächlich zeigen die Klimadaten, dass Umweltfaktoren einen bemerkenswerten Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung hatten.


Der Rano-Kao-See, eine Schlüsselstelle für die Untersuchung von Sedimenten.
Bildnachweis: William D'Andrea

Die nächsten Schritte dieser Forschungsarbeit zielen darauf ab, die Sedimentarchive über längere Zeitskalen zu erforschen. Dies wird ein besseres Verständnis der atmosphärischen Dynamiken im südöstlichen Pazifik ermöglichen, einer Region, die noch wenig dokumentiert ist.

Die Vergangenheit durch die Chemie der Pflanzen verstehen


Isotope sind Formen desselben Elements, die sich in ihrer Masse unterscheiden. Für Wasserstoff verändert sich das Verhältnis zwischen schweren und leichten Isotopen im Regenwasser je nach Wetterbedingungen, wie Verdunstung oder Niederschlag.

Wenn Pflanzen dieses Wasser aufnehmen, integrieren sie diese Isotope in die Wachse ihrer Blätter. Nach ihrem Zerfall bleiben diese Wachse in den Sedimenten erhalten und schaffen so faktisch ein chemisches Archiv vergangener Bedingungen.

Durch die Analyse dieser Verhältnisse können Wissenschaftler die alten Niederschlagsmengen präzise abschätzen. Dieser Ansatz ist besonders zuverlässig für Regionen, in denen historische Daten begrenzt sind.

Quelle: Communications Earth & Environment
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