Adrien - Dienstag 10 Februar 2026

🦟 Mücken stechen zunehmend Menschen, und das ist offensichtlich

Ein erstaunliches Phänomen wird bei Mücken in Brasilien beobachtet. Während der Atlantische Regenwald an Fläche verliert, wenden sich diese Insekten, die ihre Mahlzeiten früher von einer großen Vielfalt an Tieren bezogen, nun häufiger dem Menschen zu.

In den brasilianischen Küstenregionen beherbergte der Atlantische Regenwald einst eine außergewöhnliche Artenvielfalt mit einzigartigen Vögeln, Amphibien und Säugetieren. Heute sind fast zwei Drittel dieses Waldes verschwunden und durch menschliche Aktivitäten ersetzt worden. Diese Landschaftsveränderung reduziert die Anzahl verfügbarer Tiere stark. Eine in Frontiers in Ecology and Evolution veröffentlichte Studie zeigt, dass Mücken in den verbliebenen Waldstücken diesen Verlust ausgleichen, indem sie häufiger Menschen stechen.



Um dieses Phänomen besser zu verstehen, haben Wissenschaftler Lichtfallen in zwei Schutzgebieten im Bundesstaat Rio de Janeiro installiert. Sie sammelten dort mit Blut vollgesogene weibliche Mücken und analysierten anschließend die im Blut enthaltene DNA, um die Herkunft der Mahlzeit zu identifizieren. Unter den identifizierten Mahlzeiten stammte die Mehrheit von Menschen, was einen klaren Trend bestätigt.

Laut den Autoren der Studie ist dieses Verhalten nicht unbedingt auf eine angeborene Vorliebe der Insekten für menschliches Blut zurückzuführen. Der eingeschränkte Zugang zu traditionellen tierischen Wirten wie Vögeln oder Amphibien spielt eine zentrale Rolle. Mit weniger verfügbaren Optionen greifen die Mücken auf die reichlich vorhandene und leicht zugängliche Quelle zurück, nämlich die in der Nähe lebende menschliche Bevölkerung.

Diese Nahrungsumstellung hat erhebliche Folgen für die öffentliche Gesundheit. In diesen Regionen übertragen Mücken viele Viren, wie die der Gelbfieber-, Dengue- oder Zika-Fieber. Eine größere Nähe zum Menschen vervielfacht die Gelegenheiten zur Übertragung dieser Krankheiten, was eine Gefahr für die lokalen Gemeinschaften darstellen kann.

Die Ergebnisse dieser Forschung können Präventionsmaßnahmen lenken. Zu wissen, dass Mücken in einem bestimmten Gebiet hauptsächlich Menschen anvisieren, ermöglicht es, eine angepasste Überwachung und wirksamere Kontrollmaßnahmen einzuführen. Langfristig könnte dies auch Strategien fördern, die das Gleichgewicht der Ökosysteme berücksichtigen, um Gesundheitsrisiken zu verringern.

Diese Studie unterstreicht die Notwendigkeit, die Forschung fortzusetzen, um die Ernährungsgewohnheiten von Mücken, insbesondere wenn sie sich von mehreren verschiedenen Wirten ernähren, besser zu verstehen. Vollständigere Daten würden helfen, Modelle zur Krankheitsausbreitung zu verfeinern.

Quelle: Frontiers in Ecology and Evolution
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