Adrien - Mittwoch 6 Mai 2026

👨‍🚀 Mondspaziergang 2028, aber Raumanzüge erst 2031 verfügbar?

Ein Bericht des Amtes des Generalinspektors (OIG) der NASA offenbart eine besorgniserregende Situation: Die zukünftigen Artemis-Mondraumanzüge könnten erst 2031 eintreffen. Diese Verzögerung von drei Jahren gegenüber dem ursprünglichen Ziel von 2028 gefährdet den engen Zeitplan für die Rückkehr zum Mond. Dennoch versichert der NASA-Administrator, dass eine neue Strategie alles beschleunigen wird.

Um diese Schwierigkeiten zu verstehen, muss man bis ins Jahr 2022 zurückgehen. Damals vergab die Raumfahrtbehörde die Entwicklung der Raumanzüge der nächsten Generation an zwei Unternehmen: Axiom Space und Collins Aerospace. Collins zog sich jedoch nach zwei Jahren zurück, sodass Axiom der einzige Anbieter blieb. Das Programm häufte daraufhin Verzögerungen an, insbesondere aufgrund technischer Schwierigkeiten und vertraglicher Auflagen. Die derzeitigen Raumanzüge der Internationalen Raumstation sind zu alt und für Mondspaziergänge ungeeignet.


Der zuletzt genutzte Mondraumanzug stammt von der Apollo-17-Mission im Jahr 1972. Die NASA setzt auf Axiom, um einen neuen zu liefern.
Bildnachweis: NASA/JSC/ASU


Um diesen Verzögerungen entgegenzuwirken, versichert der NASA-Administrator Jared Isaacman, dass die Mondraumanzüge bis 2028 für die Mission Artemis 4 einsatzbereit sein werden. Er setzt auf eine Überarbeitung der als zu umfangreich empfundenen Anforderungen und auf eine Erprobung im Orbit bereits ab 2027. Axiom selbst zeigt sich zuversichtlich und plant noch in diesem Jahr eine kritische Designüberprüfung. Das Unternehmen hat aus dem internen Prototyp xEMU der NASA gelernt und sich für den ästhetischen Teil mit Partnern wie Prada zusammengetan.

Der OIG-Bericht kritisiert die von der NASA gewählte Vertragsart: einen Festpreis- und dienstleistungsbasierten Vertrag, der das Programm Zeit- und Kostenrisiken ausgesetzt habe. Die Agentur habe zudem zu komplexe Anforderungen für die Mond- und Schwerelosigkeitsumgebungen gestellt. Jared Isaacman räumt diese Fehler jedoch ein und kündigt eine neue Direktive an.

Diese neuen Raumanzüge werden 2027 im Erdorbit getestet, entweder an Bord der Internationalen Raumstation oder während der Mission Artemis 3. Dieser praxisnahe Test soll ihre Funktionsfähigkeit vor dem Einsatz auf dem Mond validieren. Parallel dazu muss die NASA mit Budgetkürzungen umgehen: Das von der Regierung vorgeschlagene Budget 2027 reduziert die Mittel der Agentur um 23 % und die für die Wissenschaft um 47 %.

Schließlich initiiert die NASA eine sogenannte „NASA Force“-Initiative, um Experten aus dem Privatsektor für ein- bis zweijährige Missionen zu rekrutieren. Diese Verstärkung soll den Verlust tausender Mitarbeiter im Jahr 2025 ausgleichen und die Leistungsfähigkeit der Agentur stärken.

Die Mondraumanzüge


Die Raumanzüge, die für Mondspaziergänge verwendet werden, sind weit mehr als nur Kleidung. Sie schützen die Astronauten vor Strahlung, extremen Temperaturen (von -150 °C bis +120 °C) und Mikrometeoriten. Sie müssen zudem ausreichend Beweglichkeit ermöglichen, um Proben zu sammeln oder Werkzeuge zu benutzen. Die Apollo-Modelle waren schwer und steif, aber die neuen Versionen, wie die von Axiom, integrieren moderne Materialien und Technologien des 21. Jahrhunderts, wie Gesundheits- oder verbesserte Handschuhe.

Die Entwicklung dieser Raumanzüge ist äußerst anspruchsvoll, da sie an zwei Umgebungen angepasst werden müssen: der Schwerelosigkeit des Weltraums und der Mondgravitation (einem Sechstel der Erdanziehung). Die Ingenieure müssen auch die Stromversorgung, Kommunikation und Luftaufbereitung bewältigen. Jedes Detail zählt, und ein einziger Fehler kann das Leben der Astronauten gefährden, weshalb strenge Tests und viele Jahre Entwicklungszeit erforderlich sind.

Quelle: NASA Office of Inspector General report
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