Adrien - Montag 11 Mai 2026

🚀 MMX: Rover und Rückholung einer Probe vom Marsmond Phobos

Seit Jahrzehnten beschäftigt Astronomen eine Frage: Sind die Marsmonde Phobos und Deimos eingefangene Asteroiden oder durch einen Einschlag herausgerissene Fragmente des Planeten? Die japanische Mission MMX (Martian Moons eXploration) wird bald aufbrechen, um dieses Rätsel zu lösen, mit einem ehrgeizigen Ziel: eine Probe von Phobos zur Erde zurückzubringen.

Zu diesem Zweck ist das Raumschiff Ende März auf der japanischen Insel Tanegashima angekommen, um dort für einen Start zwischen November und Dezember 2026 vorbereitet zu werden. Dies ist ein neues Startfenster zum Mars, nach einer ersten Verschiebung im Jahr 2024 aufgrund von Problemen mit der H3-Trägerrakete. Ein weiterer Ausfall dieser Rakete im Dezember 2025 ließ eine erneute Verzögerung befürchten, doch die Anomalie wurde schnell identifiziert und behoben.


© DLR (CC BY-NC-ND 3.0)


Sobald MMX im Jahr 2027 die Marsumlaufbahn erreicht hat, wird es mit der Kartierung von Phobos und Deimos beginnen, um einen Landeplatz auszuwählen. Die Landung auf Phobos ist für 2029 geplant, mit dem Ziel, etwa 10 Gramm Regolith zu sammeln. Nach dem Abflug vom Mars im Jahr 2030 soll die Probe im Jahr 2031 auf der Erde eintreffen, um von Wissenschaftlern untersucht zu werden.

MMX ist nicht allein: An Bord befindet sich der Rover IDEFIX, entwickelt von der deutschen und französischen Raumfahrtagentur. Mit einem Gewicht von 25 kg und vier Rädern wird dieser autonome Roboter vor dem Mutterschiff auf Phobos landen. Seine Aufgabe: die Umgebung unter extrem niedriger Schwerkraft zu erkunden, um die Sicherheit der Hauptmission zu gewährleisten.

Dieses Projekt fügt sich in die japanische Tradition von Probenrückführungsmissionen ein. Nach Hayabusa, das Staub vom Asteroiden Itokawa zurückbrachte, und Hayabusa2, das 2020 Fragmente von Ryugu lieferte, könnte MMX einen neuen wissenschaftlichen Schatz bieten. Die gesammelten Daten werden auch dazu beitragen, die Entstehung des Mars und des inneren Sonnensystems besser zu verstehen.


Das MMX-Raumschiff der JAXA trifft am 31. März 2026 in Tanegashima ein. Der Start wird für November oder Dezember dieses Jahres erwartet.
Quelle: JAXA


Der Ursprung der Marsmonde


Zwei Haupttheorien konkurrieren um die Erklärung der Existenz von Phobos und Deimos. Die erste besagt, dass es sich um Asteroiden handelt, die von der Schwerkraft des Mars eingefangen wurden. Die zweite besagt, dass sie das Ergebnis eines gewaltigen Einschlags sind, ähnlich dem, der unseren Mond formte. Die Analyse der Zusammensetzung von Phobos wird es ermöglichen, diese Debatte zu entscheiden.

Wenn die Monde Asteroiden sind, sollte ihre Zusammensetzung der von primitiven Meteoriten ähneln. Wenn sie hingegen von einem Einschlag stammen, würden sie Materialien enthalten, die der Marskruste ähneln. Die von MMX zurückgebrachten Proben werden daher mit diesen beiden Hypothesen konfrontiert.

Der Rover IDEFIX: ein kleiner Erkunder



IDEFIX ist ein 25 kg schwerer Rover, der von Frankreich und Deutschland entwickelt wurde. Er wird vor dem Hauptraumschiff auf Phobos landen, um den Boden zu analysieren und die Umgebung zu testen. Bei einer Schwerkraft von nur 1/1000 der Erdanziehungskraft ist die Fortbewegung eine große technische Herausforderung.

Dieser Roboter verwendet spezielle Räder und ein autonomes Navigationssystem, um Hindernissen auszuweichen. Er wird die Temperatur und die Zusammensetzung des Regoliths messen und diese Informationen an MMX senden. Diese Daten sind notwendig, um die Landung des Mutterschiffs vorzubereiten.

IDEFIX ist dafür ausgelegt, nur wenige Tage zu arbeiten, aber seine Rolle ist entscheidend. Er ebnet den Weg für zukünftige robotische Missionen zu Himmelskörpern mit extrem niedriger Schwerkraft.

Quelle: JAXA
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