Adrien - Freitag 23 Januar 2026

🧬 Mikroplastik im Sperma, und das ist überhaupt nicht gut

Die Umwelt eines Vaters, insbesondere seine Exposition gegenüber Schadstoffen wie Mikroplastik, könnte die Gesundheit seiner Kinder lange vor deren Zeugung beeinflussen. Diese Sichtweise verändert unsere Wahrnehmung des biologischen Erbes.

Wissenschaftler der University of California in Riverside haben ein Experiment mit Mäusen durchgeführt. Sie interessierten sich für Mikroplastik, diese winzigen Partikel, die aus der Fragmentierung der uns umgebenden Kunststoffe stammen. Diese oft unsichtbaren Fragmente kontaminieren alle Lebensräume, einschließlich menschlicher Fortpflanzungsgewebe.


Illustrationsbild Pixabay

Diese Studie, veröffentlicht im Journal of the Endocrine Society, bestand darin, männliche Mäuse Mikroplastik auszusetzen, während sie mit Standardnahrung gefüttert wurden. Deren Nachkommen erhielten anschließend eine fettreiche Nahrung, ein Protokoll, das dazu diente, metabolisch stressige Bedingungen zu simulieren, ähnlich einiger menschlicher Ernährungsweisen. Diese Methodik hilft, potenziell subtile Effekte aufzudecken.


Die erhobenen Daten deuten darauf hin, dass weibliche Nachkommen von exponierten Männchen mehr Stoffwechselstörungen aufweisen, wie Anzeichen, die auf Diabetes hindeuten. Ihre Lebern zeigen eine verstärkte Aktivierung von Genen, die mit Entzündungen und Diabetes in Verbindung stehen. Im Gegensatz dazu zeigen die männlichen Nachkommen diese Veränderungen nicht, weisen aber eine leichte Reduzierung der Fettmasse auf. Der Ursprung dieser geschlechtsspezifischen Divergenz muss noch geklärt werden.

Um die Mechanismen dieser Übertragung zu erfassen, griff das Team auf eine hochmoderne Sequenzierung zurück. Es stellte fest, dass die Exposition gegenüber Mikroplastik die kleinen RNAs im Sperma verändert, Moleküle, die die Genexpression orchestrieren. Im Gegensatz zur DNA verändern diese RNAs nicht den genetischen Code, sondern regulieren dessen Nutzung während der Entwicklung.

Diese Beobachtungen lassen erahnen, dass die Mikroplastikverschmutzung einen biologischen Fußabdruck auf die kommenden Generationen hinterlassen könnte, ohne dass diese direkt exponiert sind. Die Umgebung beider Elternteile verdient es daher, bei der Bewertung der Gesundheitsrisiken für das Kind berücksichtigt zu werden. Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Arbeiten zusätzliche Forschungen zu den intergenerationalen Auswirkungen anregen.

Quelle: Journal of the Endocrine Society
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