Adrien - Dienstag 17 Februar 2026

🧠 Mathe nicht dein Ding? Dein Gehirn ist womöglich anders

Warum haben manche Menschen anhaltende Schwierigkeiten mit Mathematik?

Die klassische Erklärung verweist meist auf ein einfaches Unverständnis von Zahlen. Doch eine aktuelle Studie legt eine andere Sichtweise nahe, bei der die wahre Herausforderung vielleicht in der Art und Weise liegt, wie das Gehirn mit Fehlern umgeht.

Um dieser Spur nachzugehen, hat sich ein Team der Universität Stanford mit dem Thema befasst. Die Forscher beobachteten Kinder, die mit Aufgaben zum Vergleich von Mengen konfrontiert waren, die in Form von Zahlen oder Punktgruppen präsentiert wurden. Ihr Ansatz beschränkte sich nicht darauf, die korrekten Antworten zu zählen; sie analysierten die Entwicklung der Leistung über mehrere Versuche hinweg, um zu verstehen, wie jedes Kind seine Strategie anpasste.


Das von den Wissenschaftlern entwickelte Modell brachte einen Schlüsselfaktor ans Licht. Jugendliche mit mathematischen Schwierigkeiten zeigten eine Tendenz, dieselben Ansätze zu wiederholen, selbst nachdem sie sich geirrt hatten. Ihre Art, Probleme zu lösen, blieb unregelmäßig, ohne nennenswerte Verbesserung während der Tests. Dies steht im Gegensatz zu typischen Kindern, die ihre Methoden leichter anhand der Ergebnisse anpassten.


Um weiter zu gehen, ermöglichten Hirnscans einen Blick unter die Oberfläche. Bei Kindern mit Schwierigkeiten war die Aktivität in Bereichen, die mit Leistungskontrolle und Verhaltensanpassung verbunden sind, weniger ausgeprägt. Diese verringerte Aktivität erwies sich als ein Indikator, der verschiedene mathematische Fähigkeitsprofile unterscheiden konnte.

Den Autoren zufolge deuten diese Beobachtungen darauf hin, dass das Problem über den engen Rahmen des Rechnens hinausgehen könnte. Die Leiterin der Studie, Hyesang Chang, erklärt, dass diese Einschränkungen breitere kognitive Fähigkeiten betreffen könnten, wie die Fähigkeit, den eigenen Fortschritt zu überwachen und die eigenen Handlungen während des Lernens anzupassen.

Die Perspektiven dieser Forschung sind in die Zukunft gerichtet. Das Team plant, seine Arbeit auf größere Gruppen auszuweiten, einschließlich Kindern mit anderen Arten von Lernschwierigkeiten. Das Ziel ist festzustellen, ob diese Herausforderungen der strategischen Anpassung in anderen Fächern eine ähnliche Rolle spielen, was den Weg für gezieltere pädagogische Methoden ebnen könnte.

Diese im Journal of Neuroscience veröffentlichte Studie wirft somit ein neues Licht auf die cerebralen Mechanismen des Lernens.

Quelle: Journal of Neuroscience
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