Die Ansiedlung auf dem Mars stellt eine große Schwierigkeit dar: den Bau von Lebensräumen. Der Transport von Zement von der Erde wäre zu kostspielig und mühsam. Glücklicherweise haben Wissenschaftler vielleicht eine überraschende Lösung gefunden, indem sie auf die bereits auf dem Roten Planeten verfügbaren Ressourcen setzen.
Ein Bakterium namens
Sporosarcina pasteurii, das in terrestrischen Böden vorkommt, könnte wertvoll sein. Es produziert Harnstoff, der mit Kalzium reagiert und Calziumkarbonatkristalle bildet. Gemischt mit Guarkernmehl binden diese Kristalle die Partikel des Regoliths, des Marsstaubs, und schaffen so ein material, das einem Ziegelstein ähnelt.
Vor diesem Hintergrund ist das Ziel die Nutzung lokaler Ressourcen, ein Ansatz, der als In-situ-Nutzung bezeichnet wird. Dies würde die Menge der von der Erde zu transportierenden Materialien erheblich reduzieren. Shubhanshu Shukla, ein Astronaut der ISRO, weist darauf hin, dass diese Methode längere Missionen auf dem Roten Planeten ermöglichen würde. Das Ziel ist es, Marskolonien autark und wirtschaftlich zu machen.
Um diesen Ansatz zu testen, verwenden die Forscher Simulanten des Marsregoliths. Diese Simulanten lassen jedoch oft das Perchlorat aus, eine giftige Verbindung, die auf dem Mars vorkommt. Indem sie es vorsichtig hinzufügten, untersuchte das Team seine Auswirkung auf das Bakterium. Die Ergebnisse zeigen, dass Perchlorat, obwohl schädlich, die Produktion von Baumaterialien positiv beeinflusst.
Entgegen allen Erwartungen stärkt das Perchlorat trotz des Stresses, den es den Bakterienzellen auferlegt, das produzierte Material. Swati Dubey, Mikrobiologin, beobachtete, dass dies auf die Bildung einer extrazellulären Matrix zurückzuführen ist. Diese Matrix schafft Mikrobrücken zwischen den Bakterien und den Kristallen und verbessert so den Prozess der Partikelbindung, der als Biozementierung bekannt ist.
Diese Mikrobrücken könnten den Bakterien helfen, ihre beschädigten Zellen zu reparieren und die Regolithpartikel besser zu verbinden. Der nächste Schritt besteht darin, diesen Prozess in einer kohlendioxidreichen Atmosphäre zu testen, die der des Mars ähnelt. Dadurch lässt sich sehen, wie sich das Bakterium an die realen Bedingungen des Planeten anpasst.
Aloke Kumar vom Indian Institute of Science erwähnt die Bedeutung des Verständnisses, wie terrestrische Organismen auf die Marsumgebung reagieren. Diese in
PLOS One veröffentlichte Forschung eröffnet vielversprechende Wege für die künftige Weltraumkolonisierung durch die Nutzung der vor Ort verfügbaren Ressourcen.
Quelle: PLOS One