Adrien - Samstag 11 Juli 2026

🏝️ Live: Ein Unterwasserausbruch bringt eine neue Insel hervor

Am 8. Mai 2026 brach ein Unterwasservulkan nördlich von Papua-Neuguinea aus. Schnell entdeckten Satelliten Dampffahnen und verfärbtes Wasser, was auf eine intensive Aktivität hindeutete. Dieses Phänomen könnte zur Bildung einer neuen Insel führen.

Infrarotbilder zeigen ausgedehnte thermische Anomalien, ein Zeichen dafür, dass heißes Magma sehr nahe an die Oberfläche gestiegen ist. Die Wissenschaftler verfolgen das Ereignis genau, da eine neu entstehende Insel selten live beobachtet wird.


Fiktives Bild einer Vulkaninsel

Die Region der Bismarcksee ist kaum kartiert, mit zerklüftetem Meeresboden. Der Ausbruch erfolgt entlang eines Rückens, etwa 16 km von einem Ausbruch von 1972 entfernt. Die Wissenschaftler sind sich nicht einig, welcher Vulkan genau aktiv ist, seine Tiefe oder das Datum seines vorherigen Ausbruchs. Dieser Mangel an Daten erschwert die Untersuchung: Der Meeresboden dieser Zone beherbergt Verwerfungen, Vulkane, Subduktionsgräben und Ausbreitungszonen, was die lokale Geologie besonders schlecht verstanden macht. In der Zwischenzeit bieten Satelliten das beste Beobachtungsfenster.


Die ersten Anzeichen des Ausbruchs kamen von kleinen Erdbeben am 8. Mai. Die NASA-Satelliten Aqua und Terra zeichneten dann optische Bilder von dampfreichen Wolken auf. Der Satellit PACE entdeckte verfärbtes Wasser rund um das Gebiet. Das Instrument VIIRS identifizierte thermische Anomalien, die sich über etwa sieben Quadratkilometer erstreckten, was auf eine sehr oberflächennahe Wärmequelle hindeutet. Hochauflösende Bilder von Sentinel 2 und Landsat 9 zeigten intensive Aktivität an der Oberfläche, mit mehreren Dampf- und Ascheaustritten. Diese Beobachtungen bestätigen, dass der Ausbruch in flachem Wasser stattfindet.

Schwimmende Bimssteinflöße erstrecken sich in langen Bahnen in den Oberflächenströmungen. Wenn eine Insel entsteht, könnte sie einen Vulkankegel mit einem Krater bilden, aber sie könnte auch schnell erodieren. Eine heftige Explosion ist möglich, wenn Meerwasser die Magmakammer erreicht. Im Moment warten die Wissenschaftler gespannt darauf, ob neues Land erscheint, ein Ereignis, das selten von Satelliten beobachtet wird.


Schwimmender Bimsstein und grünliches, verfärbtes Wasser erstrecken sich südwestlich vom Ausbruchsort. Darüber treibt eine weiße vulkanische Wolke nach Westen auf diesem Bild, aufgenommen von MODIS, dem Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer, an Bord des NASA-Satelliten Terra am 15. Mai 2026. Bildnachweis: NASA Earth Observatory / Michala Garrison

Dieser Ausbruch ist mit einem Spreizungsrücken verbunden, was die Explosivität im Gegensatz zu Subduktionszonen begrenzt. Die Dauer des Ausbruchs bleibt ungewiss: Der von 1972 in derselben Region dauerte nur vier Tage, während ein anderer in der Nähe fast vier Jahre anhielt. Vulkanologen schätzen, dass das Risiko einer großen Explosion begrenzt ist, aber sie überwachen weiterhin aufmerksam. Spreizungsrücken erzeugen in der Regel weniger heftige Ausbrüche als Stratovulkane in Subduktionszonen, und das Fehlen eines größeren explosiven Signals bis jetzt bestärkt diese Hypothese.

Die Wissenschaftler sehen eine einzigartige Gelegenheit, die Entstehung einer Insel und ihre Besiedlung durch Leben zu untersuchen. Jim Garvin von der NASA plant, die Radardaten der Satelliten NISAR und RADARSAT zu nutzen, um die Veränderungen zu kartieren. Wenn sich eine dauerhafte Insel bildet, können Forschungen ihre Entwicklung angesichts von Erosion und Pflanzenbesiedlung verfolgen.

Quelle: NASA Earth Observatory
Ce site fait l'objet d'une déclaration à la CNIL
sous le numéro de dossier 1037632
Informations légales