Adrien - Montag 29 Juni 2026

🥤 Kinder: Hochverarbeitete Lebensmittel mit Verhaltensstörungen in Verbindung gebracht

Was Kinder in ihren ersten Jahren essen, könnte ihr Verhalten und ihre Emotionen mehrere Jahre später beeinflussen. Die Forscher beobachteten einen Zusammenhang zwischen einer Ernährung mit vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln im Alter von drei Jahren und dem Auftreten von Verhaltensschwierigkeiten im Alter von fünf Jahren, wie Angst, Furcht, Aggressivität oder Hyperaktivität.

Die Studie begleitete mehr als 2000 kanadische Kinder von der Geburt bis zur Adoleszenz. Im Alter von drei Jahren gaben die Eltern detailliert die Ernährung ihrer Kinder an. Zwei Jahre später bewerteten die Forscher deren Verhalten mit einem anerkannten Fragebogen. Ergebnis: Je mehr hochverarbeitete Lebensmittel die Kinder konsumierten, desto höher waren ihre Werte für emotionale und Verhaltensschwierigkeiten.


Bildillustration Unsplash


Jeder Anstieg der Kalorien aus hochverarbeiteten Lebensmitteln um 10 % war mit höheren Werten für sogenannte "internalisierte" Verhaltensweisen (Angst, Furcht) und "externalisierte" Verhaltensweisen (Aggressivität, Hyperaktivität) verbunden. Diese Zusammenhänge blieben auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren wie Familieneinkommen oder Bildungsstand der Eltern signifikant.

Unter den hochverarbeiteten Lebensmitteln zeigten einige einen stärkeren Zusammenhang als andere. Dazu gehörten insbesondere gesüßte oder mit Süßstoffen versetzte Getränke sowie fertig zu verzehrende oder aufzuwärmende Gerichte wie Pommes frites oder Makkaroni mit Käse. Die Forscher simulierten zudem Ernährungsumstellungen in ihren statistischen Modellen.

Die Studie zeigt, dass der Ersatz von nur 10 % der Kalorien aus hochverarbeiteten Lebensmitteln durch wenig verarbeitete Lebensmittel wie Obst oder Gemüse mit günstigeren Verhaltenswerten verbunden sein könnte. Selbst bescheidene Anpassungen in der Ernährung könnten daher eine gesündere emotionale Entwicklung ermöglichen.

Die Hauptforscherin Kozeta Miliku, selbst Mutter eines Kleinkindes, hat festgestellt, wie allgegenwärtig hochverarbeitete Lebensmittel in der Ernährung junger Kinder sind – manchmal sogar in Umgebungen, die als gesund wahrgenommen werden. Sie betont, dass Eltern ihr Bestes geben, aber diese Lebensmittel praktisch, erschwinglich und leicht zugänglich sind.

Die Studie belegt keinen ursächlichen Zusammenhang, reiht sich aber in eine wachsende Zahl von Untersuchungen ein, die hochverarbeitete Lebensmittel mit psychischen Gesundheitsproblemen in Verbindung bringen. Die Autoren hoffen, dass diese Daten dazu beitragen, frühzeitige Interventionen umzusetzen, etwa Beratung für Eltern oder Ernährungsstandards für Kindertagesstätten.

Was ist ein hochverarbeitetes Lebensmittel?



Hochverarbeitete Lebensmittel sind industrielle Produkte, die aus raffinierten Zutaten und Zusatzstoffen hergestellt werden, die in einer Haushaltsküche nicht vorkommen. Dazu gehören Konservierungsstoffe, Süßungsmittel, Farbstoffe und künstliche Aromen. Häufige Beispiele sind Limonaden, gezuckerte Frühstückscerealien, Chicken Nuggets, Tiefkühlgerichte und Kekse.

Diese Lebensmittel durchlaufen mehrere industrielle Verfahren, die ihre ursprüngliche Struktur verändern. Sie enthalten oft gehärtete Fette, Glukose-Fruktose-Sirup und Proteinisolate. Ihr Ziel ist es, schmackhaft, kostengünstig und lange haltbar zu sein.

Quelle: JAMA Network Open
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