Ultra-verarbeitete Lebensmittel, oft wegen ihrer Praktikabilität gewählt, könnten sich als viel gefährlicher für das Herz erweisen als bisher angenommen. Neue Forschungsergebnisse stellen einen deutlichen Zusammenhang zwischen einem regelmäßigen Konsum dieser Produkte und einem Anstieg von kardiovaskulären Ereignissen her. Dieser Zusammenhang ergibt sich aus einer detaillierten Analyse, die an einer großen Stichprobe der US-amerikanischen Bevölkerung durchgeführt wurde.
Eine umfangreiche Studie mit 6.814 Erwachsenen ohne Herzerkrankungen in der Vorgeschichte ermöglichte es, diesen Zusammenhang zu untersuchen. Die Teilnehmer im Alter von 45 bis 84 Jahren wurden im Rahmen der Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis beobachtet. Ihre Ernährung wurde mithilfe von Fragebögen bewertet, wobei das NOVA-Klassifikationssystem verwendet wurde, um Lebensmittel nach ihrem Verarbeitungsgrad zu unterscheiden. Diese Methode teilt die Produkte in vier Kategorien ein, von kaum verarbeiteten Lebensmitteln bis hin zu ultra-verarbeiteten wie Chips oder Tiefkühlgerichten.
Die Ergebnisse zeigen, dass jede zusätzlich verzehrte Portion pro Tag mit einem Anstieg des Risikos für Herzinfarkt, Schlaganfall oder damit verbundenen Tod von über 5 % verbunden ist. Diese schrittweise Zunahme der Gefahr wurde systematisch beobachtet. Darüber hinaus ist der Effekt bei Afroamerikanern mit einem Anstieg von 6,1 % pro Portion ausgeprägter, verglichen mit 3,2 % bei anderen Gruppen. Dieser Unterschied könnte durch soziale Faktoren erklärt werden.
Die Analyse zeigte, dass das Risiko auch dann bestehen bleibt, wenn andere Faktoren wie die tägliche Kalorienaufnahme, die allgemeine Ernährungsqualität oder medizinische Zustände wie Diabetes oder Bluthochdruck berücksichtigt wurden. Diese Beobachtung deutet darauf hin, dass die Gefahren ultra-verarbeiteter Produkte nicht nur auf ihren Nährwertgehalt beschränkt sind. Die Art und Weise, wie die Lebensmittel hergestellt werden, könnte eine eigenständige Rolle für die kardiovaskuläre Gesundheit spielen, über einfache Überlegungen zu Kalorien oder Nährstoffen hinaus.
Zu den potenziellen biologischen Mechanismen gehören unter anderem Auswirkungen auf den Stoffwechsel und Entzündungen. Obwohl diese Studie diese nicht direkt untersucht hat, deuten frühere Arbeiten auf Faktoren wie Gewichtszunahme oder die Ansammlung von viszeralem Fett hin. Diese Faktoren tragen zur Entwicklung von Herzerkrankungen bei. So könnte die industrielle Verarbeitung, indem sie die Struktur der Lebensmittel verändert, den Organismus auf verschiedene Weise negativ beeinflussen.
Um die Risiken zu verringern, wird empfohlen, besondere Aufmerksamkeit auf die Lebensmittelauswahl und die Nährwertkennzeichnungen zu richten. Letztere liefern wichtige Informationen über zugesetzten Zucker, Salz oder Fette, die in ultra-verarbeiteten Produkten oft in großen Mengen enthalten sind. Frisches Obst, Gemüse oder Nüsse zu bevorzugen, kann gesündere Alternativen bieten. Das American College of Cardiology hat zudem die Idee einer vereinfachten Kennzeichnung unterstützt, um Verbraucher zu leiten.
Diese Forschung wurde auf der Jahrestagung des American College of Cardiology vorgestellt und gleichzeitig in
JACC Advances veröffentlicht. Sie bietet eine wichtige Perspektive auf moderne Ernährungsgewohnheiten und ihre langfristigen Folgen.
Die Auswirkungen ultra-verarbeiteter Lebensmittel auf den Körper
Ultra-verarbeitete Lebensmittel können den menschlichen Körper auf mehrere Weisen beeinflussen, über ihren Kaloriengehalt hinaus. Ihre Zusammensetzung, reich an zugesetzten Zuckern, gesättigten Fetten und Salz, trägt zu metabolischen Ungleichgewichten bei. Diese Produkte sind oft wenig sättigend, was zu einem übermäßigen Konsum und letztendlich zu einer Gewichtszunahme führen kann. Letztere ist ein bekannter Risikofaktor für Herzprobleme wie Bluthochdruck oder Diabetes.
Darüber hinaus verändert die industrielle Verarbeitung die Struktur der Lebensmittel und reduziert manchmal ihren Gehalt an Ballaststoffen oder essenziellen Nährstoffen. Dies kann die Verdauung stören und die Darmflora beeinflussen, mit Folgen für systemische Entzündungen. Frühere Studien haben chronische Entzündungen mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen in Verbindung gebracht. Somit beschränken sich die negativen Effekte nicht nur auf die einfache Fettansammlung, sondern umfassen biologische Reaktionen.
Schließlich wird der regelmäßige Konsum ultra-verarbeiteter Lebensmittel mit weniger gesunden Lebensgewohnheiten wie reduzierter körperlicher Aktivität in Verbindung gebracht. Diese Verhaltensweisen summieren sich und verschlimmern die Risiken. Obwohl die genauen Mechanismen weiterer Forschung bedürfen, ist klar, dass diese Produkte eine Rolle bei der Verschlechterung der kardiovaskulären Gesundheit spielen. Eine Ernährung zu bevorzugen, die auf wenig verarbeiteten Zutaten basiert, kann helfen, diese Auswirkungen abzumildern.
Quelle: JACC Advances