Adrien - Donnerstag 22 Januar 2026

🤔 Experiment: 5 Grippekranke, 11 Gesunde, 2 Wochen zusammen, 0 Ansteckungen... warum?

In einem Szenario, in dem mehrere an Grippe erkrankte Personen mit anderen, völlig gesunden, über viele Stunden einen geschlossenen Raum teilen, scheint die Ausbreitung des Virus unvermeidlich. Doch ein kürzliches Experiment zeigte, dass es trotz der anhaltenden Nähe zu keiner Ansteckung kam. Dieses unerwartete Ergebnis stellt einige Gewissheiten über die Übertragung von Atemwegserkrankungen in Frage.

Um zu dieser Beobachtung zu gelangen, haben Wissenschaftler diese Situation in einem Hotel in der Region Baltimore nachgestellt. Zwei Wochen lang führten fünf grippekranke Studenten und elf gesunde Freiwillige gemeinsam tägliche Aktivitäten wie Gespräche und Yogastunden in einem abgeschlossenen Raum durch. Diese Methode sollte reale soziale Interaktionen nachahmen, während die Umweltbedingungen kontrolliert wurden.


Illustrationsbild Pixabay


Das Ausbleiben einer Übertragung lässt sich durch mehrere Faktoren erklären. Die erkrankten Teilnehmer husteten sehr wenig, was die Menge der in die Umgebungsluft freigesetzten Viren begrenzte. Zudem war der Raum mit einem Heiz- und Entfeuchtungssystem ausgestattet, das die Luft schnell durchmischte und so die vorhandenen Viruspartikel verdünnte. Diese Elemente schufen eine Umgebung, die weniger ansteckungsfördernd war.

Das Alter der Freiwilligen könnte die Ergebnisse ebenfalls beeinflusst haben. Erwachsene mittleren Alters, wie sie an der Studie beteiligt waren, sind oft weniger anfällig für Grippe als junge Erwachsene. Diese natürliche Unterschiede in der Anfälligkeit könnten dazu beigetragen haben, das Infektionsrisiko zu verringern.

Diese Beobachtungen bieten konkrete Ansätze für die Prävention. In Innenräumen mit schlechter Luftzirkulation steigt das Risiko, an Grippe zu erkranken. Eine gute Belüftung sicherzustellen, beispielsweise mit Luftreinigern, kann daher helfen, die Personen im Raum zu schützen. Das Tragen einer Maske, insbesondere vom Typ N95, bleibt eine wirksame Maßnahme bei engem Kontakt mit einer Person, die Symptome zeigt.

Die Studie wurde in PLOS Pathogens veröffentlicht und basiert auf einer rigorosen Nachverfolgung. Jeden Tag wurden mit spezialisierten Geräten Proben aus der Nase, dem Speichel und der Ausatemluft gesammelt. Diese Methode ermöglichte es, die Virusexposition präzise zu messen und das Ausbleiben einer Infektion bei den gesunden Teilnehmern zu bestätigen, was die Zuverlässigkeit der Daten erhöhte.

Zu verstehen, wie sich die Grippe überträgt, ist wichtig für die öffentliche Gesundheit. Jedes Jahr betrifft diese Krankheit Millionen von Menschen weltweit und führt zu Krankenhausaufenthalten und Todesfällen. Strategien, die auf einem besseren Management der Luftqualität basieren, könnten dazu beitragen, die Auswirkungen saisonaler Epidemien zu begrenzen und so zusätzliche Werkzeuge für den kollektiven Schutz zu bieten.

Die Rolle der Belüftung bei der Verteilung von Viren



Belüftung bezeichnet die Bewegung der Luft in einem geschlossenen Raum. Wenn die Luft stagniert, können von einer infizierten Person ausgeatmete Viruspartikel in der Schwebe bleiben und sich ansammeln, was das Risiko für die anderen Personen im Raum erhöht. Im Gegensatz dazu ermöglicht ein guter Luftaustausch, diese Partikel zu verdünnen und nach draußen abzuführen.

Systeme wie Luftreiniger oder einfach das Öffnen von Fenstern fördern diesen Prozess. Sie erzeugen Luftströmungen, die die Luft vermischen und so die Konzentration von Viren in der Umgebung reduzieren. Dieser Ansatz ist besonders an öffentlichen Orten nützlich, an denen sich Menschen versammeln, wie in Büros oder Schulen.

Die Wirksamkeit hängt von mehreren Faktoren ab, wie der Luftwechselrate und der Raumgröße. Angepasste Lüftungsnormen können daher eine Schlüsselrolle bei der Prävention von Atemwegsinfektionen spielen und ergänzen andere Maßnahmen wie das Tragen einer Maske oder die Impfung.

Quelle: PLOS Pathogens
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