Ein ungewöhnlicher Lichtblitz erregte im Juli 2025 die Aufmerksamkeit von Astronomen. Bei diesem Ereignis veränderte eine Röntgenquelle ihre Helligkeit auf spektakuläre Weise in nur wenigen Stunden.
Dieses Ereignis wurde vom Satelliten Einstein Probe, der unter chinesischer Leitung entwickelt wurde, während einer Routineüberwachung entdeckt. Dank seiner schnellen Erkennung von Helligkeitsänderungen wurde eine weltweite Alarmmeldung ausgelöst. Anschließend richteten Teleskope auf der ganzen Welt ihre Instrumente auf diese Himmelsregion und bildeten eine internationale Zusammenarbeit, um das Phänomen zu untersuchen. Die Daten wurden von einem Team unter der Leitung des Nationalen Astronomischen Observatoriums von China analysiert, mit bedeutenden Beiträgen der Universität Hongkong.
Künstlerische Darstellung des Einstein-Probe-Satelliten, der ein intermediäres Schwarzes Loch einfängt, das einen Weißen Zwerg zerreißt und einen relativistischen Jet erzeugt.
Bildnachweis: Einstein Probe Science Center, National Astronomical Observatories, CAS / Sci Visual
Die Beobachtungen enthüllten erstaunliche Merkmale. Die Röntgenemission begann, bevor Gammastrahlenausbrüche registriert wurden – eine umgekehrte Reihenfolge im Vergleich zu gewöhnlichen Beobachtungen. Die Quelle befand sich am Rand einer weit entfernten Galaxie und nicht in ihrem Zentrum. Ihre Helligkeit erreichte innerhalb weniger Stunden einen extremen Höhepunkt und nahm dann über etwa zwanzig Tage ab, wobei sich das Röntgenspektrum deutlich veränderte.
Um diese Anomalien zu erklären, erwogen die Wissenschaftler mehrere Szenarien. Das Modell, das am besten zu den Daten passt, beinhaltet ein intermediäres Schwarzes Loch, das einen Weißen Zwerg zerreißt. Wenn der dichte Stern dem Schwarzen Loch zu nahe kommt, zerstören ihn die Gezeitenkräfte und setzen eine immense Energiemenge frei. Dieses Ereignis könnte einen Materiestrahl mit einer Geschwindigkeit nahe der Lichtgeschwindigkeit erzeugen.
Das Team der Universität Hongkong spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung numerischer Simulationen. Diese Berechnungen zeigten, dass die Wechselwirkung zwischen einem intermediären Schwarzen Loch und einem Weißen Zwerg die beobachtete Energie und zeitliche Entwicklung erzeugen kann.
Wenn sich diese Interpretation bestätigt, würde sie den ersten direkten Beweis für die Existenz von aktiven, intermediären Schwarzen Löchern liefern. Diese Objekte, deren Masse zwischen der von stellaren Schwarzen Löchern und supermassereichen Schwarzen Löchern liegt, sind selten und schwer nachzuweisen. Diese Entdeckung würde neue Perspektiven für das Verständnis des Wachstums von Schwarzen Löchern und des Schicksals kompakter Sterne eröffnen. Die Ergebnisse dieser Forschung werden in
Science Bulletin vorgestellt.
Quelle: Science Bulletin