Adrien - Donnerstag 19 Februar 2026

🛰️ Ein riesiger Tunnel unter der Oberfläche des Planeten Venus

Unter den undurchsichtigen Wolken der Venus, unseres Schwesterplaneten, warten riesige Lavatunnel darauf, erkundet zu werden. Forscher haben tatsächlich bekannt gegeben, dass sie eine außergewöhnliche unterirdische Höhle identifiziert haben, die die Existenz solcher Strukturen beweist.

Ein Team der Universität Trient hat überzeugende Hinweise auf einen leeren Lavatunnel unter der Venusoberfläche vorgelegt. Diese in Nature Communications veröffentlichte Arbeit nutzt Radardaten, die vor mehreren Jahrzehnten gesammelt wurden. Die Identifizierung einer solchen Formation bestätigt, dass der Vulkanismus eine große Rolle in der geologischen Geschichte dieses Planeten gespielt hat.


Ein 'Fenster' in der Region Nyx Mons auf der Venus, das eine unterirdische Höhle offenbart, die als Lavatunnel interpretiert wird. Das Bild stammt aus der Radaranalyse der NASA-Mission Magellan.
Credits: RSLab, University of Trento


Um die Oberfläche der Venus zu beobachten, müssen Wissenschaftler ihre dichte und permanente Atmosphäre durchdringen. Dafür nutzen sie Radarinstrumente, wie das an Bord der NASA-Sonde Magellan in den 1990er Jahren. Diese Wellen durchdringen die Wolken und ermöglichen die Kartierung der Oberfläche, während sie gleichzeitig bestimmte verborgene Formationen erkennen. So hat eine Zone mit lokalem Absacken die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich gezogen.

Die sorgfältige Analyse der Bilder hat einen unterirdischen Gang von beeindruckender Größe offenbart. Nach Schätzungen hätte dieser Tunnel einen Durchmesser von etwa einem Kilometer und würde sich über Dutzende von Kilometern erstrecken. Sein Dach ist mindestens 150 Meter dick, und die leere Höhle darunter erreicht eine Tiefe von mindestens 375 Metern. Diese Dimensionen übertreffen bei weitem die vergleichbarer Strukturen auf der Erde oder dem Mars.


Seitenansicht, die die unter der Venusoberfläche entdeckte Höhle veranschaulicht.
Credits: RSLab, University of Trento

Die extremen Bedingungen auf der Venus könnten die Bildung dieser monumentalen Strukturen erklären. Die dichte Atmosphäre ermöglicht es der geschmolzenen Lava, schnell eine isolierende Kruste zu entwickeln. Dieser Schutz hilft, breite unterirdische Kanäle aufrechtzuerhalten, während das Magma in der Tiefe weiterfließt. Folglich könnte die vulkanische Landschaft der Venus ausgedehnte Netzwerke in Form langer Tunnel beherbergen.

Diese Beobachtung bereitet den Boden für die nächsten, der Venus gewidmeten Weltraummissionen. Projekte wie Envision der Europäischen Weltraumorganisation und Veritas der NASA werden leistungsfähigere Radargeräte an Bord haben. Diese Instrumente werden Bilder mit höherer Auflösung produzieren und den Untergrund mehrere hundert Meter tief sondieren können, um nach weiteren Höhlen zu suchen, selbst ohne sichtbare Öffnungen an der Oberfläche.


Radarbild der Venus von Magellan, das Grubenketten und das identifizierte 'Fenster', markiert A, zeigt, das Zugang zum Untergrund bieten könnte.
Credits: Bild aus dem Artikel in [i]Nature Communications
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Die Existenz von Lavatunneln auf der Venus verfeinert unser Verständnis ihrer geologischen Entwicklung. Diese Formationen zeugen von einer intensiven vulkanischen Aktivität in der Vergangenheit und vielleicht sogar in jüngster Zeit. Zukünftige Studien werden versuchen, diese verborgenen Netzwerke zu kartieren und ihre Rolle bei der Veränderung der Planetenoberfläche zu bewerten. Jedes neue Datum bietet somit ein weiteres Teil des Puzzles der Venusgeschichte.

Die Bildung und Entwicklung von Lavatunneln


Lavatunnel entstehen, wenn geschmolzene Lava aus einem Vulkan fließt und an der Oberfläche zu erstarren beginnt. Der äußere Teil erstarrt schnell und bildet eine feste Kruste, während das flüssige Magma darunter weiterströmt. Mit der Zeit, wenn der Fluss aufhört, kann die innere Lava abfließen und einen leeren oder teilweise gefüllten Tunnel hinterlassen.

Auf der Erde sind diese Strukturen von bescheidener Größe, aber auf anderen Planeten können die Bedingungen größere Dimensionen begünstigen. Zum Beispiel ermöglicht eine geringere Schwerkraft, wie auf dem Mars oder dem Mond, der Lava, sich leichter auszubreiten, ohne einzustürzen. Eine dichte Atmosphäre kann ebenfalls dazu beitragen, die Wärme zu halten und die Bildung einer schützenden Kruste zu beschleunigen.

Ein Lavatunnel kann über Jahrtausende stabil bleiben, wenn das Dach dick genug ist. Manchmal stürzen Abschnitte des Daches ein und schaffen Öffnungen, die als 'Fenster' oder Zugangsschächte bezeichnet werden. Diese Schwachstellen werden aus dem Orbit erkannt und dienen als Hinweise, um unterirdische Tunnel zu lokalisieren, wie es bei der Venus der Fall war.

Das Studium dieser Tunnel auf verschiedenen Planeten ermöglicht es Geologen, vulkanische Prozesse zu vergleichen. Dies trägt dazu bei, die thermische und geologische Geschichte jeder Welt zu rekonstruieren und zu veranschaulichen, wie Magma die Landschaften im Laufe der Zeit geformt hat. Darüber hinaus könnten diese Höhlen eines Tages natürliche Schutzräume für menschliche oder robotische Erkundungen bieten, insbesondere auf dem Mars.

Quelle: Nature Communications
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