Adrien - Freitag 5 Juni 2026

🌎 Ein megabeben in den usa, wo man es nicht erwartet hätte

Eine neue Studie zeigt, dass die Nordküste von Oregon in den USA in Zukunft von einem Megabeben heimgesucht werden könnte. Ursache: Die Juan-de-Fuca-Platte liegt näher an der Oberfläche als angenommen, sowie ein bislang unbekanntes Sedimentbecken unter der Stadt Tillamook.

Um zu diesen Erkenntnissen zu gelangen, setzten die Forscher zwischen 2021 und 2022 fast 200 temporäre Seismometer ein, um die Tiefen dieser Subduktionszone zu erkunden. Die Daten zeigen, dass sich die Plattengrenze in etwa 20 Kilometern Tiefe nahe der Küste befindet – fünf Kilometer weniger als frühere Schätzungen. Ein solcher Unterschied mag gering erscheinen, hat aber direkte Auswirkungen auf die zu erwartende Erschütterungsintensität.


Illustration einer Verwerfung, die eine Stadt in zwei Hälften schneidet.


Laut Erin Wirth, Seismologin beim US Geological Survey, könnte diese geringere Tiefe die maximale Bodenbeschleunigung entlang der Nordküste Oregons um 9 bis 17 % erhöhen. Flache Beben erzeugen an der Oberfläche stärkere Erschütterungen, da die seismische Energie weniger Strecke zur Abschwächung zurücklegen muss. Dieses Ergebnis stützt sich auf die Analyse der seismischen Wellen, die vom Seismometernetz aufgezeichnet wurden.

Die Forscher identifizierten zudem ein tiefes Sedimentbecken unter Tillamook, dessen Form und Tiefe erstmals direkt vermessen wurden. Diese Strukturen, vergleichbar mit einer Schale voller Wackelpudding, verstärken die seismischen Wellen und verlängern die Dauer der Erschütterungen, was eine erhöhte Gefahr für hohe Gebäude darstellt. Der Beckeneffekt ist aus anderen Regionen wie dem Seattle-Becken gut bekannt.

Diese Studie schließt eine bedeutende Wissenslücke über die Cascadia-Subduktionszone. Die nördliche Region Oregons ist seismisch wenig aktiv, was nur wenige Erdbeben zur Analyse der Untergrundstruktur liefert. Die Daten der Knotenseismometer, kombiniert mit einer 2021 durchgeführten Offshore-Studie von Vancouver Island bis Nordkalifornien, ermöglichten ein präziseres Bild des Untergrunds.

Die Arbeiten werden fortgesetzt, um weitere Becken wie das Tualatin-Becken nahe Portland zu analysieren. Diese Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Erdbebenrisikokarten zu verfeinern und die Bevölkerung besser auf ein unvermeidliches Großereignis in dieser Region vorzubereiten. Die Zusammenarbeit zwischen Land- und Meeresstudien erweist sich als vielversprechend, um die Besonderheiten der Subduktionszone aufzudecken.

Quelle: Science Advances
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