Wissenschaftler der University of Rochester haben Mäuse genetisch so verändert, dass sie eine spezielle Version des Gens HAS2 exprimieren, das vom Nacktmull entlehnt ist. Dieser ist für seine außergewöhnliche Langlebigkeit und Robustheit bekannt und hat einen Teil seiner Vorteile weitergegeben.
Die modifizierten Nagetiere profitierten tatsächlich von einer Erhöhung ihrer medianen Lebensdauer um etwa 4,4 % und zeigten im Laufe der Zeit einen besseren Gesundheitszustand, unter anderem mit weniger spontanen Tumoren.
Diese Veränderung wirkt sich auf die Produktion von Hyaluronsäure aus, einem Molekül, das natürlicherweise im Körper vorkommt. Beim Nacktmull nimmt diese Substanz eine besondere, längliche Form mit schützenden Eigenschaften an. Sie trägt dazu bei, die Integrität des Gewebes zu bewahren, verringert chronische Entzündungen und hemmt das Wachstum bestimmter Krebsarten. Diese Version unterscheidet sich daher deutlich von kürzeren Formen, die Entzündungsprozesse fördern können.
Folglich untersuchen die Forscher nun Methoden, um diese Ergebnisse auf den Menschen zu übertragen, ohne das Genom verändern zu müssen. Sie erforschen insbesondere Verbindungen, die entweder die Produktion dieser nützlichen Hyaluronsäure steigern oder ihren Abbau verlangsamen können. Eine in
Scientific Reports veröffentlichte Studie hob beispielsweise Delphinidin, ein in einigen Früchten vorkommendes Pigment, als potenziell interessanten Inhibitor hervor.
Andere Arbeiten zeigen jedoch, dass genetisch veränderte Mäuse nicht vor allen altersbedingten Schäden geschützt sind, wie etwa Hörverlust unter bestimmten Bedingungen. Dies deutet darauf hin, dass die positiven Effekte von Gewebe zu Gewebe variieren können und eine präzise Regulation unerlässlich ist, um Fehlfunktionen zu verhindern.
Forscher haben erfolgreich ein Langlebigkeitsgen vom Nacktmull auf Mäuse übertragen und so deren Gesundheit verbessert und ihr Leben verlängert.
Quelle: University of Rochester photo / J. Adam Fenster
Somit ist der Weg zu solchen Anwendungen noch lang und erfordert weitere Validierungen. Insbesondere muss sichergestellt werden, dass die Erhöhung der nützlichen Hyaluronsäure keine unerwünschten Nebenwirkungen verursacht und in den verschiedenen Geweben harmonisch wirkt. Die laufenden Untersuchungen an Tiermodellen und Zellmodellen ermöglichen es, diese Parameter für eine mögliche Übertragung auf den Menschen zu präzisieren.
Quelle: biorxiv