Adrien - Mittwoch 3 Juni 2026

🔭 Ein heute verschwundener Riesenplanet hat wahrscheinlich die Monde von Jupiter und Uranus gerettet

Computersimulationen haben es ermöglicht, 122 mögliche Szenarien der Entwicklung des Sonnensystems vor 3 bis 4 Milliarden Jahren zu rekonstruieren. Die Forscher untersuchten, wie sich die Umlaufbahnen der Riesenplaneten veränderten und vor allem, wie diese Veränderungen die Monde von Jupiter und Uranus beeinflussten. Diese Monde sind nämlich wahre Archive der Geschichte des Sonnensystems, da sie relativ stabil um ihre Planeten geblieben sind.


Illustration von Uranus und seinen fünf größten Monden. In einer anderen Realität hätte Uranus überhaupt keine Monde.
Bildnachweis: NASA/Johns Hopkins APL/Mike Yakovlev

In weniger als 15 % der Simulationen überlebten die Monde des Jupiter die Ära der Planetenwanderungen. Für die des Uranus sinkt die Rate auf 9 %. Noch schlimmer: Die Szenarien, die für die einen günstig waren, waren oft ungünstig für die anderen. Die Wahrscheinlichkeit, dass beide Mondensysteme gemeinsam überleben, erreicht nur 1 %. Doch sie sind heute noch da, was auf ein seltenes Ereignis hindeutet.


Die Forscher identifizierten zwei Szenarien, in denen die Monde beider Planeten überleben. Beide Szenarien beinhalten zu Beginn einen zusätzlichen Planeten: einen fünften Eisriesen. Diese heute verschwundene Welt hätte die Wanderungen der anderen Planeten gerade so weit verändert, um allzu heftige Störungen zu vermeiden. Jupiter wäre diesem Eisriesen in etwa 7 Millionen Kilometern Entfernung begegnet, genug, um seine Monde zu stören, aber nicht, um sie zu vernichten.

Dieser Eisriese, heute aus dem Sonnensystem ausgestoßen, treibt wahrscheinlich irgendwo im interstellaren Raum umher. Seine ursprüngliche Anwesenheit änderte den Lauf der Ereignisse, machte die Wanderungsphase kürzer und weniger brutal für Uranus. Dieser erlitt mindestens zwei große Umwälzungen: einen Einschlag, der ihn auf die Seite kippte, und dann die Wanderung der Riesen. Dennoch hielten seine Monde stand, trotz einiger Kollisionen.

Natürlich sind diese Simulationen nicht perfekt. Die Forscher erinnern daran, dass sie einen Teil Zufall beinhalten und keine das Geschehene exakt reproduziert. Aber sie bieten eine solide Gesamtsicht: Die Anwesenheit einer anderen, heute verlorenen Welt hat wahrscheinlich die Monde gerettet, die wir heute beobachten.

Quelle: Icarus
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