Warum sind einige Mücken anfälliger für die Übertragung von Dengue als andere?
Ein Forscherteam hat ein genetisches Enzym identifiziert, dessen Variationen die Infektion mit diesem Virus bei
Aedes aegypti beeinflussen, der Art, die als Hauptüberträger von Krankheiten gilt. Diese Entdeckung, veröffentlicht in der Fachzeitschrift
Nature Communications, zeigt zum ersten Mal, dass ein genetischer Faktor mit der Empfänglichkeit von Mücken für Dengue verbunden ist. Dieser Zusammenhang könnte auch mit ihrer Resistenz gegen Insektizide in Verbindung stehen und eröffnet neue Wege für antivirale Strategien.
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Seit Jahrzehnten versuchen Forscher zu verstehen, warum einige Mücken das Dengue-Virus effektiver übertragen als andere. Bislang konzentrierten sich die Studien auf Gene, die mit ihrem klassischen Immunsystem verbunden sind. Ein neuer Fortschritt eines Teams des Labors für Evolutionäre Genomik, Modellierung und Gesundheit (GEMS - CNRS / Institut Pasteur) beleuchtet die Bedeutung von Stoffwechselwegen, insbesondere von Enzymen der Cytochrom-P450-Familie, für die Wechselwirkungen zwischen Mücken und dem Virus.
Um zu diesen Ergebnissen zu gelangen, setzten die Forscher mehrere hochmoderne Techniken ein. Zunächst führten sie Infektionstests durch, um zu beobachten, wie das Virus mit den Mücken interagiert. Dann analysierten sie die Genexpression mittels Transkriptomik, einer Methode zur Identifizierung aktiver Gene.
Unter Verwendung von Gen-Silencing- und Transgenese-Werkzeugen isolierten sie anschließend ein spezifisches Gen, CYP4G15, dessen Variationen im Promotor die Infektion mit dem Dengue-Virus bei
Aedes aegypti stark beeinflussen. Diese Moskitoart gilt als einer der wichtigsten Krankheitsüberträger. Diese Studie markiert somit eine Premiere bei der Identifizierung natürlicher genetischer Variationen, die mit der Empfänglichkeit für dieses Virus bei diesen Mücken in Verbindung stehen.
Diese Entdeckung legt auch einen möglichen mechanischen Zusammenhang zwischen der Empfänglichkeit für das Virus und der Resistenz gegen Insektizide nahe, da bekannt ist, dass Cytochrom-P450-Enzyme die Resistenz von Mücken gegen chemische Substanzen fördern. Sie eröffnet damit neue Perspektiven für das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Mücken und Viren und könnte zur Entwicklung neuer antiviraler Strategien führen, was die Hoffnung auf eine effektivere Bekämpfung der Übertragung des Dengue-Virus stärkt.
Quelle: CNRS INEE