Adrien - Dienstag 28 April 2026

☄️ Dieser Meteorit ist... süß

Wissenschaftler haben mehrere Zucker im primitiven Meteoriten Orgueil entdeckt.

Der Meteorit fiel 1864 in der Nähe des gleichnamigen Dorfes und hat noch nicht alle seine aus dem Weltraum mitgebrachten Geheimnisse preisgegeben, insbesondere die Anwesenheit der essentiellen Bausteine des Lebens, die sehr wohl durch andere Meteoriten auf die Erde gelangt sein könnten, lange vor der Entstehung des Lebens.

Dieser neue Hinweis, dass ein "molekulares Starterkit" für die Chemie des Lebens aus dem Weltraum stammen könnte, wurde in Nature Communications veröffentlicht.


© Sammlung des MNHN-Paris

Seit Jahrzehnten suchen Wissenschaftler in Meteoriten nach den chemischen Zutaten, die an der Entstehung des Lebens auf der Erde beteiligt gewesen sein könnten. Primitive Meteoriten haben die Erde tatsächlich sehr früh in ihrer Geschichte stark "beschickt", hauptsächlich während einer Periode, die als das "Große Bombardement" bezeichnet wird, vor etwa 4,1 bis 3,8 Milliarden Jahren.


Während Aminosäuren, die Grundbausteine von Proteinen, und Nukleinsäuren, die Bausteine der DNA, regelmäßig in Meteoriten identifiziert werden, blieben Zucker, die jedoch für Lebensmoleküle wie RNA unerlässlich sind, überraschenderweise selten und schwer nachzuweisen. Diese Abwesenheit stand im Gegensatz zu Laborexperimenten unter raumähnlichen Bedingungen, bei denen sich komplexe Zucker leicht in Anwesenheit der im Weltraum nachgewiesenen organischen Grundmoleküle bilden.

Auf der Suche nach neuen Hinweisen führten Wissenschaftler des Instituts für Chemie in Nizza (CNRS/Universität Côte d'Azur) sehr detaillierte Analysen mit fortschrittlichen Techniken an einem Fragment des Meteoriten Orgueil durch. Dieses sehr alte Fragment eines Weltraumgesteins, das vor etwa 4,5 Milliarden Jahren zu Beginn des Sonnensystems entstanden ist, ist ein kohlenstoffhaltiger Chondrit und fiel 1864 in der Nähe des gleichnamigen Dorfes im Süden Frankreichs.

Dank einer besonders feinen Analysemethode, insbesondere einer sehr schonenden Extraktion der in den analysierten Fragmenten vorhandenen organischen Moleküle, gelang es dem Team, mehrere Zucker mit fünf Kohlenstoffatomen zu identifizieren, darunter Ribose, ein Schlüsselbestandteil der RNA, aber auch Arabinose, Xylose, Lyxose und Ribulose.

Diese Zucker könnten natürlich durch eine Kontamination des Meteoriten seit seiner Ankunft auf der Erde entstanden sein. Die Analysen schließen diese Hypothese jedoch aus. Tatsächlich sind diese Zucker chirale Moleküle, die in der belebten Welt nur in einer der beiden Formen oder Enantiomere vorkommen. Einige der identifizierten Zucker weisen jedoch eine sogenannte "racemische" Verteilung auf, also eine ausgewogene Mischung der beiden Spiegelbildformen des Moleküls, was auf einen nicht-biologischen und daher sehr wahrscheinlich außerirdischen Ursprung hindeutet.


Die Studie legt auch nahe, dass diese Zucker viel häufiger vorkommen als es scheint. Die hier angewandten sehr schonenden Extraktionsmethoden, um möglichst viele der fragilen Moleküle wie Zucker zu erhalten, unterschätzen stark deren tatsächliche Menge im Meteoriten, wo sie stark mit den sie umgebenden Mineralien wechselwirken. Nach Berücksichtigung dieser Verzerrungen erscheinen die Konzentrationen einiger Zucker vergleichbar mit denen von Aminosäuren in denselben Proben!

Durch den Vergleich der Zucker mit den gleichzeitig in der Probe nachgewiesenen Aminosäuren untermauern die Wissenschaftler die Idee eines gemeinsamen außerirdischen Ursprungs. Die Gesamtergebnisse deuten darauf hin, dass Meteoriten der frühen Erde ein echtes, sehr vielfältiges "Starterkit" präbiotischer organischer Moleküle geliefert haben könnten. Diese in Nature Communications veröffentlichte Studie liefert neue Hinweise auf das größte Rätsel, das unsere Erde betrifft: das der Entstehung des Lebens.

Redakteurin: Anne-Valerie FOILLARD RUZETTE

Quelle: CNRS INC
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