Könnte ein einfacher Pflanzensamen ein starker Verbündeter im Kampf gegen Mikroplastik im Wasser werden?
Brasilianische Forscher haben gerade gezeigt, dass der Extrakt aus Moringasamen diese Partikel genauso gut und manchmal sogar besser entfernt als herkömmliche chemische Behandlungen. Das Geheimnis? Eine überraschende natürliche Eigenschaft: Die Proteine der Moringa lassen die Mikroplastikpartikel verklumpen, sodass sie leicht durch Filtration entfernt werden können.
Mikroplastik, diese winzigen Kunststofffragmente, ist eine wachsende Verschmutzungsquelle. Es passiert oft Kläranlagen und gelangt ins Leitungswasser. Aktuelle Methoden verwenden Aluminium- oder Eisensalze, um es zu koagulieren, aber diese Produkte sind nicht biologisch abbaubar und können giftige Rückstände hinterlassen.
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Die Suche nach nachhaltigeren Lösungen hat Wissenschaftler dazu gebracht, natürliche Alternativen zu erforschen, wie zum Beispiel Moringasamen, die bereits für ihre reinigenden Eigenschaften bekannt sind. Eine in
ACS Omega veröffentlichte Studie bestätigt ihre Wirksamkeit gegen Mikroplastik.
Die Forscher testeten einen salzhaltigen Extrakt aus Moringasamen. Dem Wasser zugesetzt, neutralisiert er die negative Ladung der Mikroplastikpartikel, die sich normalerweise abstoßen. Das zwingt sie dazu, größere Klumpen zu bilden, die dann von einem Sandfilter zurückgehalten werden. Im Labor erreichte der Moringaextrakt die gleiche Leistung wie Aluminiumsulfat und in einem alkalischeren Wasser übertraf er es sogar.
Um reale Bedingungen nachzuahmen, gab das Team Mikroplastik aus PVC in Leitungswasser und ließ es mit UV-Strahlen altern. PVC ist besonders gefährlich, da es mutagen und krebserregend sein kann. Das kontaminierte Wasser wurde in einem Jar-Test-System behandelt, das eine Aufbereitungsanlage simuliert. Messungen mit dem Elektronenmikroskop zeigten, dass der Moringaextrakt genauso viel Mikroplastik entfernte wie Aluminiumsulfat, mit Klumpen ähnlicher Größe.
Moringasamen: Der salzhaltige Extrakt erzeugte die notwendige Koagulation, um Mikroplastik zu filtern.
Quelle: Adriano Reis/ICT-UNESP
Im nächsten Schritt wurde die Methode an Wasser des Flusses Paraíba do Sul getestet, der São José dos Campos versorgt. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass der Moringaextrakt auch unter realen Bedingungen funktioniert, selbst mit natürlichen Verunreinigungen. Die Forscher betonen die gesundheitlichen Bedenken im Zusammenhang mit Koagulanzien auf Aluminiumbasis, die nicht biologisch abbaubar und giftig sind. Die Moringa bietet eine ökologische und ungefährliche Alternative.
Für kleine Gemeinden und ländliche Gebiete könnte diese Methode sowohl wirtschaftlich als auch einfach umzusetzen sein. Der Extrakt kann ohne spezielle Ausrüstung zu Hause hergestellt werden. Obwohl große Anlagen weiterhin herkömmliche Chemikalien verwenden, könnte die Moringa dort eine Lücke füllen, wo Nachhaltigkeit und niedrige Kosten Priorität haben.
Die Studie wurde von Forschern der Staatlichen Universität von São Paulo mit Unterstützung der FAPESP durchgeführt. Sie optimieren das Verfahren weiter und erforschen andere natürliche Koagulanzien. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Moringa ein wertvolles Werkzeug im Kampf gegen Mikroplastik werden könnte, insbesondere in Regionen mit begrenztem Zugang zu fortschrittlicher Behandlung. Weitere Arbeiten sind notwendig, um den Maßstab zu vergrößern, aber die ersten Daten sind ermutigend.
Quelle: ACS Omega