Eine Behandlung für ein großes Gesundheitsproblem könnte bereits in den Regalen unserer Apotheken zu finden sein.
Leberfibrose ist eine Erkrankung, die Hunderte von Millionen Menschen betrifft und sich stillschweigend zu schwerwiegenden Zuständen wie Zirrhose entwickelt. Obwohl die Forschung sich seit langem dafür interessiert, hat bislang keine spezifische Behandlung eine Zulassung erhalten, um ihr direkt entgegenzuwirken. Ein Hoffnungsschimmer ergibt sich aus einer überraschenden Kombination zweier bereits weit verbreiteter Substanzen.
Wenn die Leber wiederholten Schäden ausgesetzt ist, leitet sie einen abnormalen Reparaturprozess ein. Spezialisierte Zellen, die hepatischen Sternzellen, kommen dann ins Spiel und produzieren Kollagen, was zur Bildung von Narbengewebe und schließlich zur irreversiblen Schädigung des Organs führt.
Ein Team der China Pharmaceutical University hat kürzlich seine Ergebnisse in der Zeitschrift
Targetome veröffentlicht. Diese Arbeit zeigt, dass die Kombination von Silibinin, einer Verbindung aus der Mariendistel, und Carvedilol, einem Medikament gegen Herzinsuffizienz, eine viel ausgeprägtere Wirkung hat als jede Substanz allein. Dieses Duo konnte die Aktivität der Zellen, die für die Narbenbildung verantwortlich sind, erfolgreich hemmen.
Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, bewerteten die Forscher zunächst die Eigenschaften von Silibinin allein. Dieses schützt effektiv die Leberzellen, verringert oxidativen Stress und lindert Entzündungen. Dennoch erwies sich seine direkte Wirkung auf die mit Fibrose assoziierten Gene und die Produktion von Narbengewebe als begrenzt. Es scheint daher hauptsächlich durch den Schutz des Organs zu wirken, ohne jedoch den Prozess zu unterbrechen, der Narben verursacht.
Um diesen Effekt zu verstärken, testeten die Wissenschaftler Silibinin in Kombination mit etwa vierhundert bereits zugelassenen Medikamenten. Carvedilol stach als der leistungsfähigste Partner hervor. Zusammen in einem spezifischen Dosisverhältnis verabreicht, reduzierten diese beiden Moleküle Entzündungen, Leberschäden und Kollagenansammlung in Tiermodellen erheblich und schnitten besser ab als eine in diesem Bereich häufig verwendete Standardbehandlung.
Diese Synergie erklärt sich durch eine gemeinsame Wirkung auf ein wichtiges zelluläres Kommunikationssystem. Die Kombinationsbehandlung stört einen Signalweg, der den Zellen befiehlt, fibröses Gewebe herzustellen, und verhindert so dessen Aktivierung. Diese Entdeckung ebnet einen konkreten therapeutischen Weg, zumal beide Produkte bereits weit verbreitet sind, mit etablierten Sicherheitsprofilen und moderaten Kosten.
Diese Strategie, die auf der Neupositionierung von Medikamenten basiert, könnte daher einen beschleunigten Weg zu künftigen klinischen Studien bieten.
Quelle: Targetome