Winzige Fragmente könnten die Anfänge des Lebens erzählen.
Gene sind wie ein Rezept, das den Zellen sagt, wie sie funktionieren sollen. Aber der Ursprung dieses "Rezepts" ist nach wie vor nicht gut verstanden. Um voranzukommen, schlagen Forscher vor, nicht mehr nur die DNA zu betrachten, sondern auch die Proteine, die die Aktionen in den Zellen konkret ausführen.
Die in der
Journal of Molecular Biology veröffentlichte Studie konzentriert sich auf Dipeptide. Das sind sehr kleine Proteinstücke, die aus zwei miteinander verbundenen Aminosäuren bestehen. Man kann sie als elementare Bausteine betrachten, aus denen sich komplexere Strukturen aufbauen.
Gustavo Caetano-Anollés.
Bildnachweis: Fred Zwicky
Um ihre Rolle zu verstehen, analysierten die Wissenschaftler Milliarden von Dipeptiden in sehr unterschiedlichen Organismen. Sie verglichen diese Daten mit anderen wesentlichen Elementen, wie den Transfer-RNAs. Diese Moleküle dienen als Vermittler, um Proteine aus den Anweisungen der Gene zusammenzusetzen.
Sie beobachteten, dass sich alles auf konsistente Weise entwickelt. Die Dipeptide, die Transfer-RNAs und die Strukturen der Proteine folgen einer gleichen Reihenfolge des Auftretens. Dies deutet darauf hin, dass sich der genetische Code schrittweise aufgebaut hat, indem im Laufe der Zeit neue "Bausteine" hinzugefügt wurden.
Konkret wären einige einfache Aminosäuren zuerst aufgetaucht. Später hätten sich andere, komplexere hinzugesellt, die es den Proteinen ermöglichten, effizienter zu werden. Dieser Prozess hätte auch die Präzision verbessert und Fehler bei der Herstellung von Proteinen vermieden.
Die Forscher glauben, dass Proteine von Anfang an eine zentrale Rolle gespielt haben. Sie wären leistungsfähiger als die RNA, um chemische Reaktionen durchzuführen. Die RNA hätte anschließend eine wichtige Rolle bei der Speicherung und Übertragung von Informationen übernommen. Noch heute basiert das Leben auf dieser Zusammenarbeit. DNA und RNA speichern die Informationen, während die Proteine die Aufgaben ausführen. Eine Maschine namens Ribosom liest die Anweisungen und setzt die Aminosäuren in der richtigen Reihenfolge zusammen.
Ein Ergebnis verstärkt diese Idee. Dipeptide treten oft in umgekehrten Paaren auf, wie "AB" und "BA". Dies weist auf eine zugrundeliegende Regel hin. Es handelt sich nicht nur um eine zufällige Anhäufung von Kombinationen: Es gibt eine Form von Symmetrie, also eine Organisation.
Letztendlich zeigen diese Arbeiten, dass der genetische Code nicht auf einen Schlag entstanden wäre. Er hätte sich Schritt für Schritt aus einfachen Elementen aufgebaut, einer strukturierten Logik folgend, die die Entstehung des Lebens, wie wir es kennen, ermöglicht hat.
Quelle: Journal of Molecular Biology