Unsere Galaxie, die Milchstraße, verbirgt einen großen Teil des Universums. Mehr als 20 % des Himmels sind für uns unzugänglich, da galaktischer Staub und Sterne das Licht dahinterliegender Objekte blockieren. Diese als „Zone der Vermeidung“ bezeichnete Region verdeckt zahlreiche Strukturen, darunter den 2016 identifizierten Vela-Superhaufen.
Astronomen nutzen Teleskope, die Strahlung erfassen können, die den Staub durchdringt. Das Netzwerk MeerKAT in Südafrika beobachtet Radiowellen, die von Wasserstoff entfernter Galaxien ausgesendet werden. Mit seiner Hilfe und dem Teleskop SALT gelang es einem Team, neue Galaxien zu entdecken, die zum Superhaufen gehören.
Karte der Superhaufen in unserer kosmischen Nachbarschaft mit den beiden dichten Kernen des Vela-Superhaufens.
Credit: Dr. Jérôme Léca, RSA Cosmos, St. Etienne, Frankreich.
Die Messungen von 65.518 Entfernungen aus dem Katalog CosmicFlows, kombiniert mit 8.283 neuen Quellen, haben das tatsächliche Ausmaß des Superhaufens offenbart. Seine Masse erreicht 338 Millionen Milliarden Sonnenmassen, verteilt über 300 Millionen Lichtjahre. Das ist vergleichbar mit dem Shapley-Superhaufen, einem der massereichsten bekannten.
Diese kolossale Masse übt eine so starke Gravitationsanziehung aus, dass sie die Bewegung von Galaxien weit über das bisher Angenommene hinaus beeinflusst. Die „kosmischen Ströme“ – Galaxienströme, die durch die Expansion des Universums abgelenkt werden – werden teilweise durch diese versteckte Struktur verursacht. Bisher führte man diese Störungen auf den Großen Attraktor zurück, doch der Vela-Superhaufen spielt eine noch wichtigere Rolle.
Die Forscher haben diese immense Struktur „Vela-Banzi“ getauft, was in der Sprache Xhosa so viel wie „weit enthüllen“ bedeutet. Diese Entdeckung vervollständigt unsere Karte des nahen Universums, indem sie einen lange unsichtbaren, gravitativ bedeutenden Akteur offenlegt. Die Studie wurde auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlicht.
Quelle: arXiv