Adrien - Mittwoch 4 März 2026

🌕 Der Mond schrumpft, und man sieht es

Eine kürzlich erstellte Kartierung hat aufgezeigt, dass die Mondoberfläche von Tausenden frischen tektonischen Rücken übersät ist, was eine langsame Kontraktion seines inneren Aufbaus verrät.

Zum ersten Mal hat ein wissenschaftliches Team eine globale Karte dieser kleinen Falten, genannt Mare-Rücken, erstellt. Ihre im The Planetary Science Journal veröffentlichte Forschung zeigt, dass diese Formationen jung und weit verbreitet auf den von der Erde aus sichtbaren dunklen Ebenen sind.


Ein kleiner Mare-Rücken in der nordöstlichen Region des Mare Imbrium, aufgenommen von der Kamera der Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter.
Bildnachweis: NASA/GSFC/Arizona State University

Im Gegensatz zur Erde, wo sich tektonische Platten bewegen, besitzt der Mond eine einzige Kruste, die sich im Laufe der Zeit zusammendrückt. Beim Abkühlen verdichtet sich sein Inneres, und dies übt Kräfte aus, die die Oberfläche falten und diese Rücken entstehen lassen. Dieses Phänomen ist vergleichbar mit dem in den lunaren Hochländern beobachteten, findet hier aber in den Mare statt, diesen ausgedehnten basaltischen Flächen.


Die Analyse ermöglichte die Identifizierung von mehr als tausend weiteren Rücken, was ihre Gesamtzahl auf über 2.600 erhöht. Ihr Durchschnittsalter liegt bei etwa 124 Millionen Jahren, was sie zu den jüngsten geologischen Merkmalen des Mondes zählt. Diese Jugend zeigt, dass unser Trabant seine Entwicklung fortsetzt.

Diese Rücken sind nicht nur geologische Kuriositäten; sie könnten mit Mondbeben in Verbindung stehen. Da sie entlang von Verwerfungen entstehen, die denen in den Hochländern ähneln, kennzeichnen sie Zonen, in denen Beben auftreten könnten. Diese Entdeckung verändert die Karte der seismischen Risiken auf dem Mond, ein Faktor, der für zukünftige bemannte Missionen berücksichtigt werden muss.


Ein Mare-Rücken im Südpol-Aitken-Becken auf der Rückseite des Mondes.
Bildnachweis: NASA/LROC/GSFC/Arizona State University

Die Autoren weisen darauf hin, dass diese vollständige Kartierung hilft, vorherzusagen, wo diese Ereignisse auftreten könnten. Während sich Programme wie Artemis vorbereiten, wird eine bessere Kenntnis dieser Risiken die Sicherheit der Astronauten gewährleisten und die Erkundung besser planbar machen.

Was sind Mondbeben und wie werden sie erfasst?


Mondbeben, oder Moonquakes, sind Beben, die auf der Mondoberfläche auftreten. Sie sind vergleichbar mit irdischen Erdbeben, aber im Allgemeinen weniger stark.

Ihre Ursachen können vielfältig sein: Meteoriteneinschläge, von der Erde ausgeübte Gezeitenkräfte oder, wie diese Studie zeigt, tektonische Aktivität im Zusammenhang mit der Kontraktion. Um sie zu erfassen, setzen Forscher Seismometer ein, Instrumente, die auf Vibrationen reagieren. Während der Apollo-Missionen registrierten auf dem Mond abgesetzte Seismometer zahlreiche Ereignisse.

Heute gewinnt die Überwachung dank Orbitalsonden und bevorstehender Missionen an Präzision. Diese Informationen ermöglichen es, Risikozonen zu kartieren und die innere Struktur des Mondes zu untersuchen, was grundlegend für die Sicherheit zukünftiger bemannter und robotischer Erkundungen ist.

Quelle: The Planetary Science Journal
Ce site fait l'objet d'une déclaration à la CNIL
sous le numéro de dossier 1037632
Informations légales