Adrien - Donnerstag 28 Mai 2026

🔬 Der Hauptbestandteil von Olivenöl beschleunigt Bauchspeicheldrüsenkrebs

Ölsäure, das Hauptfett des Olivenöls, könnte eine unerwartete Wirkung haben: Sie begünstigt die Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Obwohl diese Fettsäure für das Herz-Kreislauf-System als gesund gilt, beschleunigt sie das Tumorwachstum bei Mäusen. Im Gegensatz dazu reduzieren die Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl das Auftreten der Krankheit um die Hälfte.

Das Team der Yale-Universität testete zwölf fettreiche Ernährungsweisen an genetisch für Bauchspeicheldrüsenkrebs prädisponierten Tiermodellen. Jede Ernährung enthielt die gleiche Kalorienanzahl, aber unterschiedliche Lipidquellen, was unseren modernen Ernährungsgewohnheiten entspricht. Die Forscher entdeckten, dass die Art des Fettes die Entwicklung der Tumore direkt beeinflusst.


Bildillustration Pixabay

Christian Felipe Ruiz, Mitautor der in Cancer Discovery veröffentlichten Studie, erklärt, dass die Wirkung je nach verzehrter Fettsäure radikal gegensätzlich sein kann.


Die mit Ölsäure angereicherten Ernährungsweisen, die in Olivenöl, Distelöl und Schweineschmalz vorkommt, beschleunigten die Bildung von Tumoren bei männlichen Nagetieren. Im Gegensatz dazu reduzierten die auf Omega-3 basierenden Ernährungsweisen, wie Fischöl, die Tumorlast um 50 %. Die Wissenschaftler beobachteten einen direkten Zusammenhang zwischen dem Verhältnis von einfach ungesättigten zu mehrfach ungesättigten Fettsäuren und dem Fortschreiten der Krankheit. Je höher dieses Verhältnis war, desto mehr entwickelten sich die Tumore.

Der Schlüsselmechanismus liegt in der Ferroptose, einer Form des programmierten Zelltods, der durch die Oxidation von Lipiden ausgelöst wird. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3 oxidieren leicht und machen Krebszellen anfällig für diese Zerstörung. Umgekehrt widerstehen einfach ungesättigte Fettsäuren wie die des Olivenöls der Oxidation und schützen die Tumore. Laut den Forschern bestimmt dieses Gleichgewicht zwischen schützenden und angreifbaren Fetten maßgeblich das Schicksal der bösartigen Zellen.

Die Studie zeigte bemerkenswerte Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Ölsäure begünstigte Tumore nur bei Männern, während die schützende Wirkung von Omega-3 bei beiden Geschlechtern vorhanden war. Die Autoren fordern, diese Unterschiede zu vertiefen, um künftige Ernährungsempfehlungen zu verfeinern.

Obwohl diese Arbeiten noch nicht am Menschen bestätigt wurden, eröffnen sie Wege zur Prävention von Bauchspeicheldrüsenkrebs, einer der tödlichsten Krebsarten. Risikopersonen, wie solche mit chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder spätem Diabetes, könnten von personalisierten Ernährungsratschlägen profitieren. Die Forscher planen zu untersuchen, ob die Veränderung der Fettzusammensetzung im Blut als Frühwarnsignal dienen könnte. Eine Frage taucht oft auf: Was in der Ernährung ändern? Diese Studie beginnt, darauf zu antworten.

Quelle: Cancer Discovery
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