Adrien - Samstag 21 März 2026

💫 Das Chaos im Herzen der Milchstraße wie nie zuvor gesehen

Im Zentrum unserer Galaxie verbirgt sich eine riesige Region aus Gas und Staub vor unseren Blicken. Eine neue Beobachtung bietet uns nun einen beispiellosen Einblick und enthüllt ihre inneren Mechanismen. Wie entstehen und vergehen Sterne in diesem so einzigartigen Umfeld, in der Nähe eines supermassereichen Schwarzen Lochs?

Das Teleskopnetzwerk ALMA, hoch in der chilenischen Atacama-Wüste gelegen, hat das größte je erstellte Bild der Zentralen Molekülzone aufgenommen. Diese Region, etwa 650 Lichtjahre breit, umgibt das zentrale Schwarze Loch Sagittarius A* und stellt den nächstgelegenen galaktischen Kern dar, den wir mit einer solchen Präzision untersuchen können. Das Bild zeigt eine kosmische Landschaft aus Filamenten kalter Materie, dort, wo Sterne entstehen.


Die Zentrale Molekülzone, beobachtet von ALMA mit einem bemerkenswerten Detailgrad.
Bildnachweis: ALMA(ESO/NAOJ/NRAO)/S. Longmore et al. Hintergrund: ESO/D. Minniti et al.


In dieser Zone verläuft die Sternentstehung mit einer weitaus höheren Intensität als in den Außenbereichen der Galaxie beobachtet. Gaswolken kollabieren und bringen massereiche Sterne hervor, von denen einige ihr Dasein in spektakulären Explosionen beenden. Diese extremen Bedingungen ermöglichen es Astronomen, den Lebenszyklus von Sternen in Umgebungen besser zu verstehen, die jungen, aktiven fernen Galaxien ähneln.

Die ACES-Studie hat es außerdem ermöglicht, die chemische Zusammensetzung des vorhandenen Gases zu identifizieren. Einfache Moleküle wie Siliziummonoxid treffen auf komplexere organische Verbindungen wie Methanol oder Ethanol. Diese chemische Vielfalt ist eine Folge der dort ablaufenden Prozesse.


Lage der Zentralen Molekülzone innerhalb der Milchstraße.
Bildnachweis: ALMA(ESO/NAOJ/NRAO)/S. Longmore et al. Sterne in Medaillons: ESO/D. Minniti et al. Milchstraße: ESO/S. Guisard

Die Forscher weisen darauf hin, dass diese Region viele Merkmale mit Galaxien des jungen Universums teilt, wo sich Sterne in einem vergleichbaren Chaos bildeten. Durch die Untersuchung der Zentralen Molekülzone hoffen sie, die Entwicklung von Galaxien im Laufe der Zeit nachzuzeichnen.

Die Winkelgröße der Zone, die drei Vollmonden entspricht, erforderte die Kombination vieler einzelner Beobachtungen, um ein kohärentes Mosaik zu bilden.

Diese Arbeiten wurden in der Zeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht. Sie ebnen den Weg für neue Forschungen, um zu verstehen, wie extreme Umgebungen die Entstehung von Sternen und das Wachstum von Galaxien beeinflussen.

Quelle: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society
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