Schwere Atemwegsinfektionen, die durch COVID-19 oder bestimmte Grippearten verursacht werden, könnten langfristige Schäden in der Lunge hinterlassen und das Risiko für Krebs auf lange Sicht erhöhen. Diese Beobachtung stammt aus einer Forschungsarbeit von Wissenschaftlern der University of Virginia.
Das Forschungsteam unter der Leitung von Jie Sun analysierte die Auswirkungen schwerer viraler Atemwegsinfektionen an Mäusen und menschlichen Patienten. Sie stellten fest, dass Personen, die wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt wurden, ein erhöhtes Risiko für die Diagnose Lungenkrebs hatten, unabhängig von Faktoren wie dem Rauchen. Ebenso waren Mäuse mit schweren Lungeninfektionen anfälliger für die Entwicklung von Krebs und verstarben häufiger daran.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die lang anhaltende Entzündung nach der Infektion einen Nährboden für die Tumorbildung schafft.
Illustrationsbild Pixabay
Experimente an Mäusen halfen zu verstehen, warum dieses Risiko steigt. Schwere Infektionen verursachen erhebliche Veränderungen in den Immunzellen, insbesondere in Neutrophilen und Makrophagen, die normalerweise das Lungengewebe schützen.
Nach der Infektion zeigen einige Neutrophile ein abnormales Verhalten, das zu einer anhaltenden entzündlichen Umgebung beiträgt, die das Tumorwachstum fördert. Darüber hinaus wurden signifikante Veränderungen in den Epithelzellen beobachtet, die die Lunge und die Atemalveolen auskleiden, was diese Tendenz verstärkt.
Die Impfung scheint einen Schutz vor diesen schädlichen Auswirkungen zu bieten. Indem sie den Schweregrad der Infektionen verringert, verhindern Impfstoffe die biologischen Veränderungen, die zu Krebs führen könnten. Personen mit milden COVID-19-Verläufen zeigen ein verringertes Risiko, im Gegensatz zu denen, die schwere Verläufe hatten.
Dies zeigt, dass die Prävention schwerer Infektionen durch Impfung indirekt dazu beitragen kann, das Lungenkrebsrisiko zu senken.
Basierend auf diesen Erkenntnissen empfehlen die Forscher eine verstärkte medizinische Überwachung für Patienten, die schwere Atemwegsinfektionen wie eine Lungenentzündung überlebt haben. Eine frühzeitige Erkennung von Lungenkrebs könnte die Chancen auf eine wirksame Behandlung verbessern, ähnlich wie bei Ansätzen für Hochrisiko-Raucher.
Diese Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift
Cell, ebnet den Weg für ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Infektionskrankheiten und Krebs.
Quelle: Cell