Adrien - Montag 23 März 2026

🔬 Chronischer Schmerz: Warum sind Frauen häufiger betroffen als Männer?

Frauen sind anfälliger für anhaltende chronische Schmerzen als Männer. Diese Diskrepanz hat Wissenschaftler dazu veranlasst, die biologischen Grundlagen jenseits bloßer Wahrnehmungen zu untersuchen.

Eine in Science Immunology veröffentlichte Studie von Experten der Michigan State University liefert Erklärungsansätze für diese Diskrepanz. Diese Arbeit zeigt die Beteiligung spezifischer Immunzellen, der Monozyten, an der natürlichen Abnahme des Schmerzempfindens.


Illustrationsbild Pixabay

Diese Zellen produzieren ein Molekül namens IL-10, das als beruhigendes Signal für die Schmerzneuronen wirkt. Das Team beobachtete eine höhere Produktion dieses Moleküls bei männlichen Probanden, ein Effekt, der mit höheren Spiegeln von Sexualhormonen wie Testosteron korreliert war.

Um diese Ergebnisse zu bestätigen, wurden mehrere Experimente an Tiermodellen durchgeführt. Die Wissenschaftler verwendeten Techniken zur Analyse der Zellen und stellten fest, dass die Aktivität der Monozyten abnimmt, wenn die männlichen Hormone blockiert werden.

Die Arbeit befasste sich auch mit menschlichen Daten in Zusammenarbeit mit Forschern der University of North Carolina. Sie zeigte einen vergleichbaren Trend, mit einer schnelleren Schmerzerholung bei Männern, die mit einer verstärkten Aktivität von IL-10-produzierenden Monozyten verbunden war.

Diese Forschung zeigt somit, dass das Abklingen von Schmerzen kein passiver Prozess ist. Es wird aktiv vom Immunsystem gesteuert, mit deutlichen Unterschieden zwischen den Geschlechtern.


Diese nebeneinander angeordneten Mikroskopbilder zeigen niedrigere Spiegel von IL-10-Rezeptoruntereinheiten, gelb, in weiblichen Hautzellen (links) im Vergleich zu männlichen Zellen (rechts).
Bildnachweis: Labor Laumet

Diese Entdeckungen könnten langfristig den Weg zu nicht-opioiden Behandlungen ebnen. Durch das Anzielen der IL-10-Produktionsmechanismen wäre es denkbar, dem Körper zu helfen, chronische Schmerzen besser zu kontrollieren, und so neue Optionen zur Verbesserung des Alltags von Patienten zu bieten.

Der Einfluss von Sexualhormonen auf die Immunität



Sexualhormone wie Testosteron und Östrogene spielen eine Schlüsselrolle bei der Modulation des Immunsystems. Sie wirken auf verschiedene Zelltypen ein und beeinflussen deren Entwicklung und Funktion.

So fördert Testosteron tendenziell die Produktion entzündungshemmender Moleküle durch Monozyten. Im Gegensatz dazu können Östrogene in bestimmten Fällen aktivere oder pro-inflammatorische Immunantworten begünstigen.

Diese hormonellen Unterschiede erklären, warum Männer und Frauen unterschiedliche Immunprofile aufweisen. Sie haben direkte Auswirkungen darauf, wie jedes Geschlecht mit Erkrankungen wie chronischen Schmerzen umgeht. Die Integration dieser Faktoren in die medizinische Forschung ermöglicht die Entwicklung personalisierterer Behandlungen.

Quelle: Science Immunology
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