Adrien - Sonntag 4 Januar 2026

🧪 Cannabis zeigt Wirksamkeit gegen Krebs

Wissenschaftler untersuchen die medizinischen Eigenschaften von Cannabis, einer Pflanze, die häufig im Zentrum von Debatten steht. Im Labor zeigen aus ihr gewonnene Verbindungen überraschende Wirkungen gegen bestimmte bösartige Zellen.

Arbeiten der Universität Khon Kaen, die in Frontiers in Pharmacology veröffentlicht wurden, liefern neue Erkenntnisse. Diese Forschungen deuten darauf hin, dass CBD und THC, zwei Cannabinoide, die Vermehrung von Zellen bei Eierstockkrebs hemmen. Ihre Wirkung scheint selektiv zu sein, schont gesunde Zellen und weist so den Weg zu potenziell weniger aggressiven Behandlungen.


Illustrationsbild Unsplash

Um diese Effekte zu bewerten, verwendeten die Forscher zwei Zelllinien, die verschiedene Arten von Eierstockkrebs repräsentieren. Eine ist für klassische Chemotherapien empfänglich, während die andere eine Resistenz dagegen aufweist. Diese Zellen wurden CBD, THC oder deren Kombination ausgesetzt, wobei eine Gruppe gesunder Zellen als Referenz diente. Diese Methodik ermöglicht es, die Fähigkeit der Substanzen zu quantifizieren, das Überleben und die Vermehrung von Tumorzellen zu behindern.


Die Beobachtungen zeigen, dass CBD und THC, einzeln verwendet, die Bildung von Krebskolonien begrenzen. Dennoch verstärkt ihre Kombination, besonders in äquivalenten Verhältnissen, diesen Effekt deutlich. Dr. Siyao Tong stellte fest, dass diese Mischung zum Tod einer größeren Anzahl bösartiger Zellen führt. Dies deutet darauf hin, dass die beiden Moleküle über Mechanismen wirken könnten, die sich ergänzen und so ihre antiproliferative Wirkung potenzieren.

Neben dem Tumorwachstum scheinen die Cannabinoide auch die Fähigkeit der Zellen zur Wanderung zu blockieren. Dieser Punkt ist entscheidend, da die Ausbreitung der Krankheit oder Metastasierung häufig eine Haupttodesursache darstellt. Darüber hinaus bleibt die Auswirkung auf gesunde Zellen gering, was die Möglichkeit von besser verträglichen Behandlungen im Vergleich zu einigen derzeitigen Protokollen mit ausgeprägten Nebenwirkungen erahnen lässt.

Um die Wirkungsweise dieser Verbindungen zu erfassen, untersuchte das Team die Signalwege innerhalb der Zellen. In Eierstockkrebszellen ist der PI3K/AKT/mTOR-Signalweg typischerweise überaktiv, was den Tumor stimuliert und die Resistenz gegen Therapien fördert. CBD und THC scheinen eine normalere Regulation dieser Kaskade wiederherzustellen, was erklärt, warum die bösartigen Zellen nach der Exposition ihre Vermehrung stoppen und absterben.

Diese Entdeckungen sind vielversprechend, aber viele Schritte bleiben, bevor Anwendungen beim Menschen in Betracht gezogen werden können. Dr. Tong präzisierte, dass alle Experimente im Labor an Zellkulturen durchgeführt wurden. Studien an Tieren und pharmakokinetische Daten sind unerlässlich, um die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei Patienten zu bestätigen. Die rechtlichen Beschränkungen rund um Cannabinoide könnten auch die zukünftige Forschung lenken.

Trotz dieser Einschränkungen eröffnet diese Untersuchung interessante Perspektiven im Kampf gegen Eierstockkrebs. Durch die Identifizierung relevanter molekularer Mechanismen ermutigt sie zur Fortsetzung präklinischer Studien. Wenn spätere Arbeiten diese Beobachtungen bestätigen, könnte die CBD-THC-Kombination in Zukunft das therapeutische Arsenal ergänzen und zusätzliche Optionen für Personen anbieten, die von dieser Erkrankung betroffen sind.

Quelle: Frontiers in Pharmacology
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