Adrien - Samstag 2 Mai 2026

⚕️ Cannabidiol, ein unerwarteter Ansatz zur Eindämmung der AIDS-Übertragung

Cannabidiol (CBD), das keine psychoaktive Wirkung hat und lange mit der Linderung bestimmter Symptome in Verbindung gebracht wurde, weckt zunehmendes Interesse in der Medizin. In einer in Mucosal Immunology veröffentlichten Studie zeigen Wissenschaftler, dass es in der Lage ist, eine Infektion mit HIV-1 (Humanes Immundefizienz-Virus Typ 1) in den Genitalepithelien zu verhindern, indem es auf alle Zellen des Immunsystems einwirkt, die an seiner Übertragung beteiligt sind.

Diese Ergebnisse ebnen den Weg für eine innovative Präventionsstrategie, die beim Menschen noch bestätigt werden muss.

CBD, eine Verbindung mit komplexen Wirkungen auf die Immunität


CBD, das aus der Pflanze Cannabis sativa gewonnen wird, ist für seine entzündungshemmenden und immunmodulatorischen Eigenschaften bekannt. Im Gegensatz zu anderen Cannabinoiden hat es keine psychoaktive Wirkung, was es zu einem attraktiven Kandidaten für die Therapie macht.


Illustrationsbild Unsplash


Seine Besonderheit liegt in seinem Wirkmechanismus: Es aktiviert unter anderem den Ionenkanal TRPV1 (Transient Receptor Potential Vanilloid 1), der auf der Oberfläche peripherer sensorischer Neuronen exprimiert wird, die an der Schmerzübertragung beteiligt sind. Diese Aktivierung löst die Freisetzung eines Neuropeptids, CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide), aus, das heute als Schlüsselakteur der Interaktionen zwischen Nerven- und Immunsystem anerkannt ist.

CGRP besitzt eine antivirale Funktion


Frühere Arbeiten des Institut Cochin hatten bereits eine unerwartete Rolle von CGRP aufgezeigt: Es begrenzt die Infektion mit HIV-1, indem es auf Langerhans-Zellen in den Genitalschleimhäuten einwirkt. Diese Zellen spielen eine entscheidende Rolle in den frühen Stadien der Infektion, indem sie das Virus an CD4-T-Lymphozyten weitergeben.

Die Wissenschaftler zeigten auch, dass diese Zellen TRPV1 exprimieren, was darauf hindeutet, dass ein neuronaler Signalweg ihre antivirale Aktivität modulieren könnte.

CBD blockiert die Infektion in mehreren Zelltypen


In dieser neuen Studie, die in der Zeitschrift Mucosal Immunology veröffentlicht wurde, untersuchten die Wissenschaftler die Wirkung von CBD auf mehrere Zielzellen von HIV-1: Langerhans-Zellen, dendritische Zellen, Makrophagen und CD4-T-Lymphozyten.

Das Ergebnis: CBD hemmt die Infektion in all diesen Zelltypen durch Aktivierung von TRPV1 und Induktion der Freisetzung von CGRP, jedoch über unterschiedliche Mechanismen:
- In Langerhans-Zellen und Makrophagen hängt der antivirale Effekt von CGRP ab.
- In dendritischen Zellen und CD4-T-Lymphozyten sind andere, von CGRP unabhängige Mechanismen beteiligt.

Experimente an humanem Gewebe ex vivo bestätigen diese Beobachtungen: CBD verhindert die Virusübertragung fast vollständig und blockiert die Bildung zellulärer Kontakte, die für seine Ausbreitung notwendig sind.

Auf dem Weg zu einer neuen Präventionsstrategie?


Welche Auswirkungen könnte diese Studie haben? Trotz der Existenz präventiver Strategien der Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP), die kürzlich durch die außergewöhnliche Wirksamkeit langwirksamer injizierbarer antiretroviraler Medikamente veranschaulicht wurde, bleibt HIV-1 ein globales Problem der öffentlichen Gesundheit.


Die derzeitigen Behandlungen können kostspielig, schwer zugänglich oder mit unerwünschten Wirkungen verbunden sein.

Die Wissenschaftler schlagen daher einen originellen Ansatz vor: eine "CBD-PrEP", die auf der Verwendung von CBD-haltigen Produkten basiert, insbesondere in Form von lokal während des Geschlechtsverkehrs angewendeten antimikrobiellen Mitteln.

Eine solche Strategie, selbst wenn sie nur einen teilweisen Schutz bietet, könnte mehrere potenzielle Vorteile bieten: Sie wäre einfach anzuwenden und könnte möglicherweise leichter zugänglich sein, insbesondere in ressourcenbeschränkten Ländern.

Quelle: CNRS INSB
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