Es ist ein Wendepunkt in den Kurven: In tropischen Moorgebieten wurde gerade ein deutlicher Anstieg der Brände entdeckt. Während ihre Häufigkeit über mehr als ein Jahrtausend kontinuierlich abgenommen hatte, ist sie in den letzten hundert Jahren abrupt angestiegen. Dieser Trendwechsel, der durch eine neue Studie dokumentiert wurde, fällt mit der Intensivierung menschlicher Aktivitäten in diesen Regionen zusammen.
Um diese Geschichte nachzuzeichnen, analysierten Forscher Holzkohlefragmente, die in Torfschichten über zweitausend Jahre hinweg erhalten geblieben sind. Diese Proben aus Gebieten in Mittel- und Südamerika, Afrika, Südostasien und Australasien zeigen, dass Feuer früher hauptsächlich mit trockenen Klimabedingungen zusammenhingen. Die in Global Change Biology veröffentlichten Ergebnisse deuten auf einen allmählichen Rückgang der Brandaktivität über mehr als tausend Jahre hin.
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Diese lange Phase des Rückgangs endete im 20. Jahrhundert mit einem raschen Anstieg der Brandzahl. Dieser deutliche Bruch mit der Vergangenheit zeigt, dass nun andere Faktoren als das Klima eine Rolle spielen.
Der Wiederanstieg ist in Südostasien und Teilen Australasiens besonders ausgeprägt. In diesen Gebieten trocknen die Entwässerung von Mooren für die Landwirtschaft, Abholzung und Urbanisierung die Böden aus, was sie leichter entflammbar macht. Diese Praktiken verändern das natürliche Gleichgewicht und erhöhen die Risiken.
Im Gegensatz dazu haben die in der Regel isolierteren Moore Südamerikas und Afrikas keine gleichartige Verstärkung erlebt. Dennoch könnten diese Regionen mit dem Bevölkerungswachstum und der wirtschaftlichen Entwicklung in Zukunft stärker gefährdet sein.
Diese Ökosysteme speichern erhebliche Mengen an Kohlenstoff und übertreffen dabei sogar alle Wälder der Welt zusammen. Wenn sie brennen, wird dieser Kohlenstoff in die Atmosphäre freigesetzt und trägt zur globalen Erwärmung bei.
Die Rolle von Mooren im Kohlenstoffkreislauf
Moore entstehen in Feuchtgebieten, wo abgestorbene Vegetation sehr langsam zerfällt und über Tausende von Jahren kohlenstoffreiche organische Substanz ansammelt. Dieser Prozess erzeugt Torfschichten, die wie Senken wirken und atmosphärisches Kohlendioxid einfangen.
Diese Lebensräume sind besonders effizient für die Speicherung, da stehendes Wasser mikrobielle Aktivität und Zersetzung verlangsamt. Der Kohlenstoff bleibt so im Boden gefangen. Wenn Moore entwässert oder verbrannt werden, wird der gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid und andere Treibhausgase freigesetzt, was die Erwärmung beschleunigen kann.
Die menschlichen Faktoren hinter der Zunahme der Brände
Die Ausweitung menschlicher Aktivitäten in den Tropen hat die Moorlandschaften tiefgreifend verändert. Die Entwässerung für die Landwirtschaft etwa trocknet Böden aus und macht sie in Dürrezeiten leichter entflammbar. Darüber hinaus zerstückelt die Umwandlung von Land für Plantagen oder Stadtentwicklung diese Ökosysteme und verringert ihre natürliche Widerstandsfähigkeit gegen Feuer.
In Südostasien, wo der Anstieg am deutlichsten ist, können kontrollierte Brände zur Vorbereitung von Feldern auch zu unkontrollierbaren Feuern eskalieren. Das Zusammenspiel von Trockenheit und diesen menschlichen Aktivitäten hat im letzten Jahrhundert Bedingungen geschaffen, die das beobachtete Feueraufkommen begünstigten.
Quelle: Global Change Biology