Adrien - Donnerstag 9 Juli 2026

🛰️ Austern zur Wasserreinigung im weltraum

Austern, um das wasser von astronauten zu filtern? Jedenfalls ist das das ernsthafte projekt von forschern der harrisburg university in pennsylvania. In zusammenarbeit mit dem start-up monolith space untersuchen sie, wie diese muscheln eine wesentliche rolle bei zukünftigen expeditionen spielen könnten, indem sie sowohl trinkwasser als auch nahrung liefern.

Die austern sind nicht die einzigen untersuchten lebewesen: algen, weichtiere und fische stehen ebenfalls auf der liste. Das team interessiert sich auch für hydroponik, eine methode zum pflanzenanbau im wasser. Laut jacob scoccimerra, dem gründer von monolith, ist diese forschung unter den weltraumnahrungsprojekten einzigartig. Soweit er weiß, ist noch keine auster ins all gereist, aber er hofft, dass sich das bald ändern wird.


Eines der größten hindernisse ist das fehlen spezieller einrichtungen an bord der internationalen raumstation (iss). Ein ehemaliger wasserlebensraum, der kleine fische aufnehmen konnte, wurde 2012 entfernt und war für austern nicht geeignet. Jacob scoccimerra betont, dass keine derzeitige ausrüstung groß genug für diese organismen ist. Deshalb wurde ein neuer prototyp entwickelt: ein geschlossenes aquakultursystem, speziell für meeresorganismen konzipiert.


Dieser prototyp, das ergebnis einer zusammenarbeit zwischen der harrisburg university und monolith, wurde im april 2026 vorgestellt. Er verwendet setzlinge (baby-austern) und begleitet sie bis zum erwachsenenalter. Das system ist automatisiert und gesteuert und wurde bereits in den räumlichkeiten von monolith in washington d.c. installiert, wo die austern kontinuierlich gefüttert und überwacht werden. Laut den technologiereifegraden der nasa ist dieses projekt etwa zu einem drittel auf dem weg zur vorbereitung auf einen raumflug.

Die nasa verfolgt dieses projekt genau, da die agentur ernährung und nahrungsversorgung für mond und mars als prioritär eingestuft hat. Die nasa-experten halfen, das system zu verfeinern, um es den startanforderungen anzupassen. Das langfristige ziel ist es, ein kleines experiment an bord der iss oder einer zukünftigen kommerziellen raumstation zu schicken. Jacob scoccimerra stellt klar, dass das hindernis nicht so sehr technischer als wissenschaftlicher natur ist: Die wasserbiologie wurde im weltraum im vergleich zur mikrobiologie oder menschlichen physiologie wenig untersucht.

Der mensch konsumiert austern seit mindestens 100.000 jahren, wie archäologische funde in südafrika belegen. Diese lange geschichte des zusammenlebens mit diesen schalentieren könnte sich über unseren planeten hinaus fortsetzen. Wenn die aktuellen forschungen erfolgreich sind, könnten zukünftige mond- oder marsmissionen von diesem natürlichen filtersystem profitieren, das einfachheit und effizienz vereint.

Biogene lebenserhaltungssysteme


Diese systeme nutzen lebewesen, um den bedarf der astronauten an nahrung, wasser und sauerstoff zu decken. Im gegensatz zu physikalisch-chemischen methoden (wie kohlefiltern oder sauerstoffvorräten) basieren sie auf natürlichen kreisläufen. Zum beispiel können pflanzen sauerstoff und nahrung produzieren, während mikroorganismen oder tiere wie austern das wasser filtern und reinigen.


Ein großer vorteil ist die nachhaltigkeit: Diese systeme können im geschlossenen kreislauf arbeiten und verringern die abhängigkeit von nachschub von der erde. Die aktuellen forschungen konzentrieren sich auf robuste und pflegeleichte organismen. Die integration mehrerer arten (fische, pflanzen, schalentiere) ermöglicht die schaffung eines miniaturisierten ökosystems, das widerstandsfähiger ist als eine einzelne lösung.

Die herausforderungen sind zahlreich, insbesondere die krankheitskontrolle und die anpassung an die schwerelosigkeit. Aber fortschritte in diesem bereich könnten langzeitmissionen verändern, indem sie eine größere autonomie bieten. Austern stellen mit ihrer fähigkeit, große wassermengen zu filtern, einen vielversprechenden ansatz für zukünftige weltraumhabitate dar.

Quelle: Harrisburg University News
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