Adrien - Montag 6 April 2026

🧠 Aufmerksamkeitsstörungen im Zusammenhang mit dem Eindringen von Schlafwellen während des Wachzustands

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), von der etwa 2,5 % der Erwachsenen betroffen sind, ist biologisch noch immer nicht gut verstanden.

Eine internationale Studie, die von Wissenschaftlern des Inserm am Institut du Cerveau (Inserm/CNRS/Sorbonne Université) und der Monash University in Australien durchgeführt wurde, legt nahe, dass einige Symptome durch das Eindringen von langsamen Hirnwellen, die normalerweise mit dem Schlaf verbunden sind, während des Wachzustands erklärt werden könnten. Diese langsamen Wellen könnten somit einen potenziellen Biomarker für ADHS darstellen. Langfristig könnten diese Ergebnisse neue therapeutische Strategien lenken, insbesondere durch Einwirkung auf die Schlafqualität und die Regulation der Wachheit.


Häufige Vergesslichkeit, Fehler durch Unaufmerksamkeit oder Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten und Ablenkungen zu widerstehen: Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betrifft etwa 2,5 % der Erwachsenen, aber ihre biologischen Mechanismen sind nach wie vor wenig verstanden.


In einer internationalen Studie, die am 16. März im Journal of Neuroscience veröffentlicht wurde, schlagen Wissenschaftler des Inserm am Institut du Cerveau (Inserm/CNRS/Sorbonne Université) und der Monash University in Australien vor, dass die Symptome dieser Störung mit dem Eindringen von langsamen Wellen, die normalerweise im Schlaf beobachtet werden, während des Wachzustands zusammenhängen könnten. Dieses Phänomen, das als "lokaler Schlaf" bezeichnet wird, könnte eine Erklärung für die Aufmerksamkeitseinbrüche und die Schläfrigkeit bieten, die oft bei Menschen mit ADHS beobachtet werden.

Um zu diesen Ergebnissen zu gelangen, verglichen die Wissenschaftler die Gehirnaktivität von 32 Erwachsenen mit ADHS, die medikamentös behandelt wurden, mit der von 31 neurotypischen Erwachsenen, während die Teilnehmer eine Aufgabe ausführten, die anhaltende Aufmerksamkeit erforderte.

Eine höhere Dichte langsamer Wellen bei Erwachsenen mit ADHS


Ergebnis: "Erwachsene mit ADHS weisen eine signifikant höhere Dichte an langsamen Wellen auf, die normalerweise im Tiefschlaf beobachtet werden. Diese Wellen sind jedoch nicht unbedeutend: Je höher ihre Dichte ist, desto mehr Aufmerksamkeitsfehler machen die Teilnehmer und desto langsamer oder variabler sind ihre Reaktionszeiten", fasst Thomas Andrillon, Inserm-Forscher in der DreamTeam am Institut du Cerveau und letzter Autor der Studie, zusammen.

Die Teilnehmer mit ADHS berichteten auch häufiger über Episoden von "Gedankenabschweifen" (mind wandering) und "Gedankenleere" (mind blanking), zwei Zustände, die direkt mit diesen Eindringlingen von lokalem Schlaf korreliert sind. Darüber hinaus nahm das von den Teilnehmern empfundene Ermüdungsniveau zu, je mehr sich diese langsamen Wellen während der Aufmerksamkeitsanstrengung ansammelten.

"Das Eindringen von Schlafwellen ist ein völlig normales Phänomen. Denken Sie an einen langen Lauf: Nach einer gewissen Zeit zwingt Sie die körperliche Ermüdung zu einer Pause. Das Gleiche gilt für die mentale Ermüdung: Nach einem Tag im Wachzustand oder nach einer schlechten Nacht macht das Gehirn ebenfalls Pausen in Form von langsamen Wellen. Diese kurzen Momente der Gehirninaktivität treten bei jedem auf", erklärt der Forscher.


Für die Wissenschaftler könnten diese langsamen Wellen somit einen Erklärungsansatz darstellen, der die ADHS-Diagnose mit den im Alltag beobachteten Verhaltenssymptomen verbindet. Diese Entdeckung legt nämlich nahe, dass ADHS zumindest teilweise eine Störung der Regulation von Wachheit und Vigilanz sein könnte. "Diese lokalen Schlafwellen könnten zu einem Schlüsselbiomarker für die Diagnose werden", so Thomas Andrillon.

Diese Ergebnisse könnten auch die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien lenken, sei es pharmakologisch oder nicht-medikamentös, insbesondere Interventionen zur Verbesserung der Schlafqualität oder zur Stabilisierung der Vigilanzmechanismen.

"Bei neurotypischen Personen haben einige Forschungen beispielsweise gezeigt, dass auditive Stimulation während des Schlafs die nächtlichen langsamen Wellen verstärken kann, was das Auftreten einer schlafähnlichen Gehirnaktivität während des Wachzustands am nächsten Tag reduzieren könnte. Ein nächster Schritt wird darin bestehen, festzustellen, ob dieser Ansatz auch diese Eindringlinge von lokalem Schlaf bei Menschen mit ADHS verringern könnte", schließt Thomas Andrillon.

Quelle: Inserm
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